Leben
Abdera an der nördlichen Ägäisküste war Demokrits Heimatstadt. Seine Geburt wird gewöhnlich um 460 v. Chr. angesetzt; das übliche Todesdatum um 370 v. Chr. ist unsicher. Diese Daten verorten ihn in der griechischen Geschichte, ohne seine genaue Lebensdauer festzulegen.
Spätere Autoren berichten von weiten Reisen und ungewöhnlichen Gewohnheiten. Doch nicht alle Erzählungen sind gesicherte biografische Angaben. Wichtiger für sein Denken ist die Verbindung zu Leukipp: Antike Zeugnisse bringen beide Denker mit den Anfängen des Atomismus in Verbindung. Jede einzelne Idee einem der beiden zuzuordnen, ist schwierig.
Demokrit wird oft zu den Vorsokratikern gezählt, obwohl er im Zeitalter des Sokrates lebte. Die Bezeichnung betrifft eine Herangehensweise an Naturerklärungen und keine scharfe Generationengrenze. Antike Berichte verbinden ihn mit vielfältigen Schriften, etwa über Mathematik, Naturphilosophie und menschliches Handeln. Diese Breite erklärt, warum eine Beschränkung auf eine einzige Aussage über Atome viel von seinem geistigen Leben ausblendet. Sein Name erscheint auch als Demokritos. Da die Bücher selbst verloren sind, muss eine verantwortungsvolle Biografie unterscheiden, was spätere Quellen berichten und was sich über sein Leben zuverlässig feststellen lässt.
Werk

In dieser Naturerklärung erklären Atome und Leere die sichtbare Welt. Atome sind feste, unteilbare Körper; leerer Raum ermöglicht ihre Bewegung. Unterschiedliche Formen, Positionen und Anordnungen ergeben unterschiedliche Dinge. Veränderung verlangt nicht, dass Materie aus dem Nichts entsteht: Die Bestandteile ordnen sich neu. Bemerkenswert ist, Vielfalt durch die Anordnung zugrunde liegender Körper zu erklären, statt für jeden sichtbaren Unterschied eine andere Art grundlegenden Stoffes anzunehmen.
Das ist ein antikes philosophisches Modell, keine moderne Chemie. Heutige Atome enthalten kleinere Teilchen. Demokrit entdeckte sie nicht durch Laborversuche. Der Vergleich hilft, wenn er Fragen eröffnet, führt aber irre, wenn er Unterschiede zwischen antiker Argumentation und modernen Belegen verwischt.
Er beschäftigte sich auch mit Wahrnehmung, Erkenntnis und Ethik. Wenn Eigenschaften wie Süße von unserer Erfahrung abhängen, die zugrunde liegenden Körper aber Atome sind, wie tragen die Sinne zur Erkenntnis bei? In den Berichten über seine Ethik bezeichnet euthymia einen ausgeglichenen, heiteren Gemütszustand, den Mäßigung unterstützt. Die vier Einträge unten sind Themen seines Denkens, keine Titel vollständig erhaltener Bücher.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Kein vollständiges Buch Demokrits ist erhalten. Wir lesen kurze Zitate, Berichte und Kritik, die andere Autoren überliefert haben. Ein Fragment eröffnet daher einen Blick auf sein Denken, doch Auswahl und umgebende Argumentation stammen von einem späteren Autor. Das Zitat hier überliefert Sextus Empiricus.
Epikur entwickelte später eine andere Form des Atomismus; Aristoteles erörterte und kritisierte atomistische Erklärungen. Die gemeinsame Lektüre zeigt eine Debatte statt einer über Jahrhunderte unveränderten Theorie. In Griechenland trägt die Demokrit-Universität Thrakien ihren Namen zu Ehren des Philosophen aus Abdera.
Lesen Sie den griechischen Universitätsnamen Δημοκρίτειο Πανεπιστήμιο Θράκης laut. Vergleichen Sie dann το άτομο in einem wissenschaftlichen Text mit δύο άτομα bei einer Tischreservierung: Dasselbe Wort erfüllt verschiedene Aufgaben.
Wussten Sie schon?
- Das altgriechische atomos bedeutet „unteilbar“; das Atom der modernen Wissenschaft lässt sich jedoch teilen.
- Im Neugriechischen bedeutet το άτομο auch eine Person: δύο άτομα heißt oft einfach „zwei Personen“.
- Kein vollständiges Buch Demokrits ist erhalten; das Zitat auf dieser Seite überliefert Sextus Empiricus.
- Der „lachende Philosoph“ ist ein späteres kulturelles Bild und kein Grund, seine Ethik auf Spott zu reduzieren. Ein erfundenes gemaltes Gesicht belegt nicht sein Aussehen.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Άτομα και κενό | Atome und Leere | |
| Σχήμα και διάταξη | Form und Anordnung | |
| Αισθήσεις και γνώση | Sinne und Erkenntnis | |
| Ευθυμία | Heiterkeit |
Ein Satz zum Merken
ἐτεῇ δὲ ἄτομα καὶ κενόν.
Im heutigen GriechischΣτην πραγματικότητα, όμως, υπάρχουν άτομα και κενό.
Etei de atoma kai kenon.
In Wirklichkeit jedoch Atome und leerer Raum.
















































































































