Leben
Tsangari studierte Literatur, Philosophie und Theater an der Aristoteles-Universität Thessaloniki, anschließend Performance Studies in New York und Film an der University of Texas in Austin. In den USA begegnete sie dem unabhängigen Kino, unter anderem durch eine kleine Rolle in Richard Linklaters Slacker. Sie gründete das Kurzfilmfestival Cinematexas mit und drehte ihren ersten Langfilm The Slow Business of Going als Abschlussarbeit. Reisen, Performance und Zusammenarbeit verbanden ihre griechische Ausbildung mit einer amerikanischen unabhängigen Filmszene.
Nach ihrer Rückkehr nach Griechenland gründete sie 2005 die Athener Produktionsfirma Haos Film. Sie produzierte an Yorgos Lanthimos’ Kinetta mit, war Associate Producer bei Dogtooth und arbeitete an Alps. Dieses Netzwerk teilte Kenntnisse und Ressourcen zwischen Filmen und verband Regie eng mit Produktion. Für die Eröffnungs- und Abschlussfeiern der Athener Olympischen Spiele 2004 gestaltete sie Projektionen und führte Videoregie. 2009 brachte Reflections ortsspezifische animierte Projektionen zur Einweihung des Akropolismuseums. Später kamen Lehre und internationale Festivaljurys hinzu. Die Bewegung zwischen Dreharbeiten, Performance und öffentlichen Installationen erklärt, warum Körper, Räume und gemeinsames Handeln in ihrer Regie so wichtig sind.
Werk

In Attenberg (2010) lebt Marina in einer kleinen Industriestadt am Meer, sieht Tierdokumentationen und erlebt die Krankheit ihres Vaters. Freundschaft, Begehren und körperliche Nachahmung prägen eine Geschichte des Erwachsenwerdens, deren Humor oft aus unangenehmen Begegnungen entsteht. Ariane Labed gewann bei der Premiere in Venedig die Coppa Volpi für ihre Darstellung. The Capsule (2012), ein Auftrag für die Modesammlung der DESTE-Stiftung, führt sieben junge Frauen in eine choreografierte Welt aus Disziplin und Begehren. Wiederholte Gesten und markante Gruppenbilder verbinden Film, Kostüm und bildende Kunst.
Chevalier (2015), gemeinsam mit Efthimis Filippou geschrieben, begleitet sechs Männer auf einer Yacht. Ihr Wettbewerb um den Besten macht gewöhnliche Angewohnheiten zu Statusprüfungen. Der Film hatte in Locarno Premiere und gewann den Hauptpreis des BFI London Film Festival. Attenberg und Chevalier sind griechischsprachig. Harvest, 2024 in Venedig uraufgeführt, adaptiert Jim Craces Roman über eine Dorfgemeinschaft, die durch veränderten Landbesitz und Fremde bedroht wird. Der in Schottland gedrehte Film ist überwiegend englischsprachig, mit etwas Französisch. In unterschiedlichen Welten macht Tsangari Gruppenregeln durch Bewegungen, Pausen, Konkurrenz und Abstände sichtbar. Eine Geste kann die Worte einer Figur verkomplizieren.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Ihr Beitrag zum griechischen Kino umfasst eigene Filme und Produktionsbeziehungen, die anderen Filmschaffenden halfen. Ihre ARTWORKS-Masterclass 2018 in Athen dokumentiert auch den Austausch mit einer jüngeren Generation über Filmgestaltung und Produktion. Ihre Filme verbinden einen griechischen kulturellen Hintergrund mit mehreren Sprachen und internationalen Mitwirkenden.
Lesen Sie den unterstützten griechischen Text und wählen Sie ein Standbild oder einen kurzen untertitelten Ausschnitt aus Attenberg oder Chevalier. Schreiben Sie einen Satz über eine Bewegung und einen über das Gehörte. Verbinden Sie drei Beobachtungen mit πρώτα, μετά und στο τέλος. Vergleichen Sie sichtbare Handlung und Dialog vor einer Deutung. B1 unterstützt diese kleine Beschreibung; für einen ganzen Film brauchen Sie weitere Hilfe.
Wussten Sie schon?
- Sie gründete das Kurzfilmfestival Cinematexas in Austin mit.
- Sie gestaltete 2009 Projektionen zur Einweihung des Akropolismuseums.
- Chevalier gewann 2015 den Hauptpreis des BFI London Film Festival.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Attenberg | Attenberg: Spielfilm | 2010 |
| The Capsule | The Capsule (Die Kapsel): Experimentalfilm | 2012 |
| Chevalier | Chevalier (Ritter): Komödie | 2015 |
| Harvest | Harvest (Ernte): Spielfilm, Premiere in Venedig | 2024 |
Ein Satz zum Merken
Αφήνω τα πράγματα ανοιχτά, κάθε θεατής ξεχωριστά μπορεί να δώσει τη δική του ερμηνεία
Afíno ta prágmata anoichtá, káthe theatís xechoristá boreí na dósei ti dikí tou ermineía
Ich lasse die Dinge offen; jeder einzelne Zuschauer kann seine eigene Deutung geben.
















































































































