Leben
Antoinetta Angelidi studierte Architektur an der Nationalen Technischen Universität Athen und schloss 1973 ab. Danach zog sie nach Paris, lernte Regie und Schnitt am IDHEC und Filmtheorie bei Christian Metz. Ihr Weg zum Kino verband die frühere Beschäftigung mit Malerei mit Fragen danach, wie Linien, Achsen und Anordnungen Bedeutung erzeugen. In einem späteren Interview beschrieb sie eine entdeckte Kontinuität von Malerei über Architektur zum Film.
Ihr erster Langfilm erschien 1977. Zwischen Film und bildender Kunst entwickelte sie eine feministische experimentelle Praxis, in der Bilder und Töne keiner herkömmlichen Handlung folgen müssen. Traummechanismen boten eine Methode der Komposition statt bloß ein darzustellendes Thema. Malerei, Objekte, Installationen und Performance begleiteten ihre Filme und erweiterten die Untersuchung von Raum und Zuschauerposition.
Angelidi lehrte zudem viele Jahre Regie am Fachbereich Film der Aristoteles-Universität Thessaloniki. Von dieser Tätigkeit ist sie inzwischen pensioniert. Das Festival Thessaloniki ehrte ihren Gesamtbeitrag 2005; Prismatic Ground verlieh ihr 2024 den Ground Glass Award. Diese Auszeichnungen verbinden eine beständige künstlerische Arbeit mit einem Publikum über Griechenland hinaus. Ihre Lehre vermittelt neuen Filmschaffenden Fragen nach Konstruktion, Analyse und persönlichem Blick.
Werk

Idées Fixes / Dies Irae (1977), auch Παραλλαγές στο ίδιο θέμα, „Variationen über dasselbe Thema“, untersucht Darstellungen weiblicher Körper in der modernen Kunst. Der in Frankreich produzierte Film verwendet Französisch und Griechisch. Bearbeitete Bilder und Sprachklänge werden Teil einer Auseinandersetzung mit Darstellung, statt lediglich eine Geschichte zu illustrieren.
Τόπος, „Ort“ (1985), schafft eine traumartige Schwelle zwischen Leben und Tod. Die Identität einer Frau verteilt sich auf andere Figuren; Stimmen und Erinnerungen überschreiten gewöhnliche Zeitgrenzen. Die Regisseurin beschreibt Raum als aktive Präsenz, wodurch Komposition und Beziehungen zwischen Körpern besondere Bedeutung erhalten. Οι ώρες – Μια τετράγωνη ταινία, „Die Stunden – Ein quadratischer Film“ (1995), folgt Spendos Rekonstruktion ihres Lebens. Erinnerung erscheint als veränderliche Konstruktion, kreisförmige Zeit steht einer quadratischen Ordnung gegenüber.
Κλέφτης ή η Πραγματικότητα, „Dieb oder Wirklichkeit“ (2001), zeigt drei Versionen eines Tages aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen Figuren. Die drei späteren Langfilme sind griechischsprachig; ihre experimentelle Form zu verstehen verlangt jedoch mehr als Dialogerkennung. Wiederholung, Rahmung, Klang und Perspektivwechsel fordern aktive Zuschauer. Ein sichtbarer Gegenstand bleibt gleich, während seine Bedeutung durch Platzierung oder die Beziehung zu einem anderen Bild wechselt.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Angelidi erweitert griechische Filmkultur durch eine feministische Praxis, die Bilder als konstruierte Beziehungen behandelt. Daraus entsteht eine praktische Verbindung zwischen visuellem Hinsehen und neugriechischer Beschreibung. Zeichnen Sie nach dem Hören des bearbeiteten Textes ein Rechteck und legen Sie zwei kleine Gegenstände hinein. Beschreiben Sie einen als μπροστά από dem anderen und benennen Sie eine helle oder dunkle Stelle. Verschieben Sie einen Gegenstand nach außen und erklären Sie die Veränderung mit τώρα und επειδή. Vergleichen Sie beide Anordnungen laut. Die Übung folgt ihrem Interesse an Komposition, ohne eine Filmszene zu kopieren. Sie trainiert räumliche Wendungen, Adjektivangleichung und begründete Beschreibung, ohne einen ganzen Experimentalfilm vorauszusetzen.
Wussten Sie schon?
- Ihr Architekturdiplom stammt von 1973.
- Die vier Langfilme erschienen 1977, 1985, 1995 und 2001.
- Der Film von 1977 verwendet Französisch und Griechisch, die drei folgenden Griechisch.
- Prismatic Ground ehrte sie 2024.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Idées Fixes / Dies Irae (Παραλλαγές στο ίδιο θέμα) | Fixe Ideen / Tag des Zorns (Variationen über dasselbe Thema) | 1977 |
| Τόπος | Ort | 1985 |
| Οι ώρες – Μια τετράγωνη ταινία | Die Stunden – Ein quadratischer Film | 1995 |
| Κλέφτης ή η Πραγματικότητα | Dieb oder Wirklichkeit | 2001 |
Ein Satz zum Merken
Δική μου γενέθλια γη είναι οι ταινίες μου.
Diki mou genethlia gi einai oi tainies mou.
Meine eigene Heimat sind meine Filme.
















































































































