Leben
Simonides stammte von der Insel Kea, in antiken Quellen auch Keos genannt. Sein Leben wird traditionell etwa auf 556–468 v. Chr. angesetzt, zwischen später Archaik und Perserkriegen. Griechische Literaturgeschichten verbinden seine Laufbahn mit Athen, Thessalien und Sizilien, wo Herrscher und wohlhabende Auftraggeber Dichter und öffentliche Aufführungen unterstützten. Seine Arbeit gehört in eine Welt, in der Lieder einen Förderer loben, einen Sieg erinnern oder Trauer öffentlich gestalten konnten. Die lateinische Schreibweise Simonides und das griechische Σιμωνίδης bezeichnen denselben Dichter aus Keos.
Die Überlieferung ist ungleichmäßig. Platon führt ausdrücklich ein Lied an Skopas ein; Diodor zitiert ein Gedicht für die Toten der Thermopylen. Diese Stellen bezeugen einen vielfältigen dichterischen Ruf, liefern aber keine durchgehende Darstellung seiner Reisen oder Erlebnisse. Spätere Autoren machten ihn auch zum Helden einprägsamer Geschichten. Cicero erzählt, Simonides habe nach dem Einsturz eines Festsaals Opfer anhand ihrer erinnerten Sitzplätze erkannt, und verbindet dies mit Gedächtnistraining. Das ist eine spätere literarische Tradition und kein zeitgenössischer Ereignisbericht. Biografie und Ruf ergeben sich deshalb aus verschiedenen Zeugnissen: erhaltenen Versen, antiken Diskussionen und viel später erzählten Geschichten.
Werk

Simonides’ Dichtung ist hauptsächlich in Zitaten anderer Autoren erhalten. Moderne Ausgaben kennzeichnen viele Stellen durch Nummern. Fragment 542 PMG, das Lied an Skopas, behandelt die Schwierigkeit, wahrhaft gut zu werden. In Platons Πρωταγόρας (Protagoras) erörtern die Sprecher einen möglichen Widerspruch und unterscheiden dabei Gutwerden und Gutsein. Ihre Deutung gehört zu einem philosophischen Dialog; sie ist keine direkte Erklärung des Dichters. Fragment 521 PMG, überliefert bei Stobaios, warnt vor der Ungewissheit menschlichen Glücks.
Die gewöhnlich Δανάη (Danae) genannte Passage, Fragment 543 PMG, zeigt Mutter und Kind auf See. Danaes angstvolle Rede steht dem Schlaf des kleinen Perseus gegenüber; die Szene gehört zum Mythos. Das Lob der Thermopylentoten, Fragment 531 PMG, wendet Trauer in bleibende Erinnerung. Diodor zitiert es ausdrücklich als Werk des Simonides. Davon getrennt ist das berühmte spartanische Grabepigramm an einen Fremden. Herodot überliefert es, ohne Simonides als Autor zu nennen. Er verbindet ihn ausdrücklich mit der Inschrift für den Seher Megistias. Der Unterschied zählt: Der große spätere Ruf eines Dichters macht nicht jedes erinnerte Epigramm sicher zu seinem Werk. Lob, Klage und Nachdenken bleiben in den Fragmenten erkennbar.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Simonides begegnet in griechischen Anthologien, bei Platon und in der Erinnerung an die Thermopylen. Beginnen Sie mit dem kurzen Zitat und unserer neugriechischen Fassung. B1 bezeichnet den angepassten Text dieser Seite und keine selbstständige Beherrschung des antiken Gedichts. Vergleichen Sie zwei eigene Sätze: Είμαι αρχάριος στα ελληνικά (Ich bin Anfänger im Griechischen) und Με την εξάσκηση γίνομαι πιο άνετος (Durch Übung werde ich sicherer). Der erste beschreibt einen Zustand, der zweite eine Veränderung. Wählen Sie ein kleines Sprachziel und erklären Sie Ihr Üben. Die Aufgabe greift die Unterscheidung des Dialogs auf, ohne Simonides Sprachlernratschläge zuzuschreiben.
Wussten Sie schon?
- Keos ist die heute gewöhnlich Kea genannte Insel.
- Platon zitiert ein Lied des Simonides an Skopas.
- Das Danae-Fragment zeigt eine mythische Mutter mit ihrem Kind.
- Das spartanische Grabepigramm ist weniger sicher zugeschrieben, als populäre Erzählungen vermuten lassen.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Τραγούδι για τον Σκόπα (542 PMG) | Lied an Skopas — Fragment 542 PMG | ? |
| Ανθρώπινη τύχη (521 PMG) | Menschliches Glück — Fragment 521 PMG | ? |
| Δανάη (543 PMG) | Danae — Fragment 543 PMG | ? |
| Τῶν ἐν Θερμοπύλαις θανόντων (531 PMG) | Die Thermopylentoten — Fragment 531 PMG | after 480 BC |
Ein Satz zum Merken
ἄνδρ᾽ ἀγαθὸν μὲν ἀλαθέως γενέσθαι χαλεπόν
Im heutigen GriechischΕίναι δύσκολο να γίνει ένας άνθρωπος αληθινά καλός.
ándr’ agathòn mèn alathéōs genésthai chalepón
Ein wahrhaft guter Mensch zu werden ist schwer.
















































































































