Leben
Maria Iordanidou wurde 1897 in Konstantinopel (Istanbul) geboren, in die große griechische Gemeinde der Stadt, die Ρωμιοί der Polis. Ihre Eltern waren oft fort, und sie verbrachte einen großen Teil ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter Loxandra, einer starken, lebhaften Frau, die ihren Haushalt auf altmodische Weise führte. Die Welt dieses Hauses, mit seiner Küche, seinen Festen, seinen Nachbarn und seinen Ängsten, begleitete Maria ihr Leben lang.
1914, mit siebzehn, fuhr sie in die Ferien nach Batumi im Kaukasus, das damals zum Russischen Reich gehörte, und wurde dort zuerst vom Ersten Weltkrieg und dann von der Russischen Revolution überrascht, die sie etwa fünf Jahre lang festhielten; später machte sie aus diesen Jahren ein Buch. Nach einer Zeit in Konstantinopel und Alexandria heiratete sie 1923 den Lehrer Iordanis Iordanidis und ließ sich in Athen nieder, wo sie viele Jahre arbeitete, an der sowjetischen Botschaft und als Fremdsprachenlehrerin, und die schweren Jahrzehnte der Besatzung und des Bürgerkriegs durchlebte. Wer sie kannte, erinnerte sich an einen unabhängigen Geist und einen scharfen Humor.
Erst mit über sechzig begann sie zu schreiben. Λωξάντρα erschien 1963 und war sofort ein dauerhafter Erfolg. Ermutigt schrieb sie mehr als zwanzig Jahre weiter, und ihre Bücher wurden zu einer Art Familiengeschichte der Griechen des 20. Jahrhunderts. Sie starb im November 1989 in Athen, mit über neunzig Jahren.
Werk

Λωξάντρα (Loxandra, 1963) ist die Geschichte ihrer Großmutter, einer wohlhabenden griechischen Hausfrau im Konstantinopel des späten 19. Jahrhunderts. Loxandra kocht riesige Mahlzeiten, feiert jeden Namenstag und jedes kirchliche Fest, glaubt an den bösen Blick, gibt allen zu essen und streitet mit allen und lebt Seite an Seite mit türkischen, armenischen und jüdischen Nachbarn. Durch sie zeigt der Roman eine ganze verlorene Welt: die Märkte und den Bosporus, Oster- und Weihnachtsbräuche, Rezepte, Lieder und Sprichwörter. Er ist mit Humor und Zärtlichkeit erzählt, aber auch mit einem Gefühl des Verlusts, denn die Welt, die er beschreibt, ist verschwunden: Die einst riesige griechische Gemeinde Istanbuls zählt heute nur noch wenige Tausend Menschen.
Ihr nächstes Buch, Διακοπές στον Καύκασο (Ferien im Kaukasus, 1965), beruht auf ihrer eigenen Jugend: Ein Mädchen aus Konstantinopel bricht zu einer eigentlich kurzen Reise in den Kaukasus auf und sitzt dort jahrelang durch Krieg und Revolution fest. Σαν τα τρελά πουλιά (Wie verrückte Vögel, 1978) begleitet dieselbe Heldin im Athen der Zwischenkriegszeit und durch die politischen Stürme der folgenden Jahrzehnte.
Iordanidous Stil ist einfach, mündlich und voll vom Griechisch Konstantinopels mit seinen besonderen Wörtern und Wendungen. Sie analysiert nicht; sie erzählt, wie eine Großmutter am Tisch Geschichten erzählt. Genau deshalb liebten die Leser sie.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Λωξάντρα wurde Dutzende Male neu aufgelegt und ist noch immer einer der beliebtesten griechischen Romane; viele griechische Familien besitzen ein Exemplar, und seine Rezepte und Bräuche werden oft zitiert. 1980 wurde das Buch vom staatlichen griechischen Sender ERT als Fernsehserie verfilmt, mit Betty Valasi als Loxandra, was die Heldin in jedem Haushalt bekannt machte. Für Griechen, deren Familien aus Konstantinopel stammen, ist es ein Buch der Erinnerung. Namenstage, der böse Blick, das Kochen in der Karwoche: Viele Lernende entdecken diese Bräuche zuerst durch Loxandra. Es ist ein guter erster griechischer Roman, zusammen mit Dido Sotirious Ματωμένα χώματα (Grüß mir die Erde Anatoliens).
Wussten Sie schon?
- Sie veröffentlichte ihr erstes Buch, Loxandra, 1963 im Alter von sechsundsechzig Jahren.
- Die Heldin von Loxandra ist ihre eigene Großmutter.
- Als junge Frau saß sie durch den Ersten Weltkrieg und die Russische Revolution im Kaukasus fest.
- Sie schrieb bis Ende achtzig und wurde über neunzig Jahre alt.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Λωξάντρα | Loxandra | 1963 |
| Διακοπές στον Καύκασο | Ferien im Kaukasus | 1965 |
| Σαν τα τρελά πουλιά | Wie verrückte Vögel | 1978 |
| Λωξάντρα (τηλεοπτική σειρά της ΕΡΤ) | Loxandra (Fernsehserie der ERT) | 1980 |
Ein Satz zum Merken
Λωξάντρα
Loxantra
Loxandra
























