Leben
Kaldaras wurde am 7. April 1922 in Trikala in Thessalien geboren, im selben Jahr, in dem die Kleinasiatische Katastrophe mehr als eine Million griechische Flüchtlinge aufs Festland trieb – ein Zufall, den er später in Musik verwandeln sollte. Er lernte als Junge Bouzouki, als dies noch das Instrument der Armen und der Rebetiko-Unterwelt war, studierte an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Thessaloniki und wurde während der Besatzung Berufsmusiker. Seine ersten Aufnahmen stammen von 1946.
Er wuchs als Musiker während der deutschen Besatzung und des Bürgerkriegs heran, des härtesten Jahrzehnts der neueren griechischen Geschichte, und seine frühen Lieder tragen diese Last: Hunger, Nacht, Trennung, Mütter, die auf Söhne im Gefängnis oder im Exil warten. Ab Ende der 1940er-Jahre wurden seine Lieder von den führenden Rebetiko- und Laïko-Sängern aufgenommen, und er wurde einer der angesehensten Komponisten der Generation nach Markos Vamvakaris und Vassilis Tsitsanis. In vier Jahrzehnten schrieb er Hunderte von Liedern.
Anfang der 1970er-Jahre, mitten in der Diktatur, wandte er sich mit dem Textdichter Pythagoras Papastamatiou einem größeren Projekt zu: einem ganzen Album über die Flüchtlinge aus Kleinasien. Es brachte ihm ein neues, jüngeres Publikum und war ein entscheidender früher Schritt für eine junge Sängerin, Haris Alexiou. Kaldaras starb am 8. April 1990 in Athen, einen Tag nach seinem 68. Geburtstag.
Werk

Kaldaras schrieb in der Sprache des Rebetiko, des Zeibekiko und des Chasapiko, der Bouzouki und der Baglamas, doch seine Lieder reichten schon über die kleine Welt der Haschischhöhlen hinaus, hin zum breiten Volkslied der 1950er-Jahre. Νύχτωσε χωρίς φεγγάρι (Die Nacht fiel ohne Mond, 1947) beschreibt einen jungen Mann, der in der tiefen Dunkelheit nicht schlafen kann; es entstand in den Jahren des Bürgerkriegs, und viele Hörer hörten darin das Schicksal von Gefangenen und Verbannten. Zuerst aufgenommen wurde es 1947 von Stella Haskil, und 1951 nahm Manos Hadjidakis es in seinen Klavierzyklus Έξι λαϊκές ζωγραφιές (Sechs volkstümliche Bilder) auf.
Sein Meisterwerk ist Μικρά Ασία (Kleinasien, 1972) mit Texten von Pythagoras Papastamatiou und den Stimmen von Haris Alexiou und Giorgos Dalaras. Fünfzig Jahre nach der Katastrophe von 1922 erschienen, ist es ein Liederzyklus über die verlorenen Städte Ioniens, das brennende Smyrna, die Flucht über die Ägäis und das harte neue Leben der Flüchtlinge in Griechenland. Die Musik verbindet den Rebetiko von Piräus mit den sanfteren, östlichen Farben der Musik, die die Flüchtlinge mitbrachten. Das Album verkaufte sich in riesigen Stückzahlen und gilt bis heute als eines der großen Konzeptalben der griechischen Popularmusik. Es folgten 1973 Βυζαντινός Εσπερινός (Byzantinische Vesper), wieder mit Dalaras, und 1977 Οι ξεριζωμένοι (Die Entwurzelten).
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Beginnen Sie mit Νύχτωσε χωρίς φεγγάρι: Dutzende Sänger haben es aufgenommen, von den alten Rebetiko-Stimmen bis zu Giorgos Dalaras und jüngeren Künstlern, und Sie hören es in jeder Taverne mit Livemusik. Hören Sie dann das Album Μικρά Ασία von Anfang bis Ende, am besten mit den Texten, und Sie werden über 1922 so viel lernen wie aus einem Geschichtsbuch. Für Haris Alexiou, damals eine Newcomerin, war es eine der Platten, die sie bekannt machten. In Trikala, wo er aufwuchs, erinnert man sich an ihn als den großen Musiker der Stadt. Die Seiten dieser Website über Tsitsanis und Vamvakaris zeigen die Welt, aus der er kam.
Wussten Sie schon?
- Er wurde 1922 geboren, im Jahr der Kleinasiatischen Katastrophe, und schrieb fünfzig Jahre später das berühmteste Album darüber.
- Μικρά Ασία erschien 1972 unter der Diktatur und war eine der ersten Platten von Haris Alexiou.
- Νύχτωσε χωρίς φεγγάρι wurde von so vielen Sängern aufgenommen, dass viele Griechen es für ein Volkslied halten.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Νύχτωσε χωρίς φεγγάρι | Die Nacht fiel ohne Mond | 1947 |
| Μικρά Ασία | Kleinasien (Album, Texte von Pythagoras) | 1972 |
| Βυζαντινός Εσπερινός | Byzantinische Vesper (Album) | 1973 |
| Οι ξεριζωμένοι | Die Entwurzelten (Album) | 1977 |
Ein Satz zum Merken
Νύχτωσε χωρίς φεγγάρι, το σκοτάδι είναι βαθύ
Nychtose choris fengari, to skotadi einai vathy
Die Nacht ist ohne Mond hereingebrochen, die Dunkelheit ist tief
























