Leben
Chrysa Prokopaki wurde in Komotini geboren und wuchs in Athen auf, wo sie Philologie studierte. Ein weiterführendes Studium führte sie nach Paris. Sie lehrte neugriechische Literatur an Paris III und später literarische Übersetzung in Athen am Übersetzungszentrum des Französischen Instituts sowie am Europäischen Übersetzungszentrum EKEMEL.
Ihre Lyrik erschien in Αποστάσεις (Abstände, 1973), Το αλωνάκι (Der kleine Dreschplatz, 1976) und Ο χλωρός παράδεισος (Das grüne Paradies, 1982). Daneben erforschte sie intensiv Yannis Ritsos. Η πορεία προς τη Γκραγκάντα ή οι περιπέτειες του οράματος (Der Weg nach Graganda oder die Abenteuer der Vision) erschien 1981. Sie wählte die Gedichte der Ανθολογία Γιάννη Ρίτσου (Yannis-Ritsos-Anthologie) aus und betreute die Ausgabe von 2000.
Auch Stratis Tsirkas beschäftigte sie ausführlich. Mit Catherine Lerouvre übersetzte sie seine Trilogie Steuerlose Städte ins Französische; die Ausgabe erschien 1971. Ihre Chronologie Στα ίχνη του Στρατή Τσίρκα (Auf den Spuren von Stratis Tsirkas) folgte 1985. Theaterübersetzungen, darunter Molière und Tschechow, erschlossen ihrem Griechisch ein anderes Publikum. Lehre, Lyrik und Forschung entwickelten sich in wiederholten Begegnungen mit den Anforderungen fremder literarischer Sprache.
Werk

Prokopakis eigene Lyrik verdient neben ihrer Arbeit über andere Autoren Aufmerksamkeit. Im Eröffnungsgedicht des Grünen Paradieses sammeln überquellende Kartons Papiere, einen Pass und Spitze. Diese Dinge tragen auch Geschichten. Wohin man sie bringen soll, wird zur Frage nach Bewahrung und Weitergabe.
Das Gedicht häuft Einzelheiten an. Abgenutztes Papier und häusliche Handarbeit liegen neben einem Dokument zum Grenzübertritt. Erinnerung entsteht durch Oberflächen und Anordnungen statt durch einen schlichten Ereignisbericht. Die Dinge ergeben kein ordentliches Museum: Ihre Fülle erzeugt Druck, Zögern und eine ungelöste Aufgabe.
Ihre Forschung entwickelt andere Formen genauer Aufmerksamkeit: Deutung, Chronologie, Auswahl und editorische Sorgfalt. Die Ritsos-Anthologie führt durch ein umfangreiches Werk, während Tsirkas-Studien Lektüre mit Geschichte verbinden. Übersetzen verlangt weitere Entscheidungen. In ihrem griechischen Molière muss der Vers auf der Bühne sprechbar bleiben. Bedeutung, Rhythmus und Atem der Darstellenden verbinden die Literaturarbeit mit der Aufführung.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Lesen Sie Gedicht 1 des Grünen Paradieses auf der Website des Dichterkreises und nutzen Sie den angepassten Text für eine Packübung. Notieren Sie drei Gegenstände mit Artikeln: το διαβατήριο, τη φωτογραφία und τα χαρτιά. Ersetzen Sie sie durch το, τη oder τα in eigenen Sätzen übers Behalten oder Weglegen. Sagen Sie zuerst das Nomen, dann die Pronomenfassung; prüfen Sie, ob Zuhörende den Bezug verstehen. Zeichnen Sie einen Gegenstand und ergänzen Sie einen eigenen Satz über eine Erinnerung daran. So verbinden sich griechische Pronomen mit der Aufmerksamkeit des Gedichts für Dinge und ihre Geschichten.
Wussten Sie schon?
- Ihre drei Gedichtbände erschienen bei Kedros.
- Sie übersetzte für französische Leser und griechische Bühnen.
- Sie lehrte literarisches Übersetzen am Zentrum des Französischen Instituts und bei EKEMEL in Athen.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Αποστάσεις | Abstände | 1973 |
| Το αλωνάκι | Der kleine Dreschplatz | 1976 |
| Η πορεία προς τη Γκραγκάντα ή οι περιπέτειες του οράματος | Der Weg nach Graganda oder die Abenteuer der Vision — Ritsos-Studie | 1981 |
| Ο χλωρός παράδεισος | Das grüne Paradies | 1982 |
| Στα ίχνη του Στρατή Τσίρκα | Auf den Spuren von Stratis Tsirkas — Chronologie | 1985 |
Ein Satz zum Merken
Ξεχείλιζαν τα χαρτοκούτια, και πού να τα πας,
Xechílizan ta chartokoútia, kai poú na ta pas,
Die Kartons quollen über, und wohin sie bringen,
















































































































