Leben
Eleni Karaindrou, auch Eléni Karaïndrou geschrieben, wurde 1941 im Bergdorf Teichio geboren. Sie studierte Klavier und Musiktheorie am Hellenischen Konservatorium in Athen und schloss ein Studium an der Universität Athen ab. 1967 ging sie nach Paris, wo sie unter anderem Ethnomusikologie und Orchestrierung studierte. Die Begegnung mit musikalischen Traditionen prägte eine Laufbahn, die genaue Aufmerksamkeit für einzelne Instrumente mit einer weiten dramatischen Vorstellungskraft verbindet.
Nach ihrer Rückkehr nach Griechenland gründete sie am Kulturzentrum ORA das Labor für traditionelle Instrumente. Von 1975 bis 1982 arbeitete sie beim Dritten Programm des griechischen Rundfunks an der Seite von Manos Hatzidakis. Film und Theater wurden dauerhafte Kompositionsfelder. Zu ihren Partnern zählen Christoforos Christofis, Tonia Marketaki, Margarethe von Trotta und Antonis Antypas sowie Theo Angelopoulos, mit dem eine langjährige künstlerische Zusammenarbeit entstand.
Zu ihrer internationalen Diskografie gehören Music for Films, 1991 bei ECM erschienen, und die fortlaufende Zusammenarbeit mit Produzent Manfred Eicher. Konzertaufführungen haben ihre Kompositionen in einen anderen Rahmen gestellt, mit der Komponistin selbst am Klavier und namhaften Solisten an ihrer Seite. Die World Soundtrack Awards zeichneten sie 2021 für ihr Lebenswerk aus.
Werk

Karaindrous Themen verbinden oft eine wiedererkennbare Melodielinie mit einer bestimmten Klangfarbe. Kim Kashkashians Bratsche steht im Zentrum des Albums Το βλέμμα του Οδυσσέα (Der Blick des Odysseus, 1995); die Besetzung nennt außerdem Oboe, Akkordeon, Cello, Stimme und Streicher. Wer einem Thema durch seine Variationen folgt, hört, wie eine kleine melodische Idee unterschiedliches Gewicht erhält, ohne zum Lied mit Text zu werden.
Μια αιωνιότητα και μια μέρα (Die Ewigkeit und ein Tag, 1998) verbindet Klarinetten und traditionelle Klänge mit einem Orchesterensemble. Die Instrumente antworten auf die Atmosphäre von Angelopoulos’ Kino, doch auf dem Album entfaltet sich die Musik unabhängig von den Bildern. Bereits Music for Films vereinte Aufnahmen aus verschiedenen Filmen zu einer Hörfolge, darunter Musik mit Jan Garbareks Saxophon.
Concert in Athens, im November 2010 im Megaron aufgenommen und 2013 veröffentlicht, vereint Kashkashian, Garbarek und Oboist Vangelis Christopoulos mit Karaindrou. Neben Filmthemen enthält das Programm Musik für Stücke von Arthur Miller, Tennessee Williams und Edward Albee. Die Verbindung zeigt, dass ihr musikalisches Erzählen über das Kino hinausreicht: Ein Soloinstrument kann eine Figur, eine Pause oder eine unruhige Erinnerung andeuten.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Hören Sie eine kurze offizielle ECM-Probe aus Der Blick des Odysseus und lesen Sie die Instrumentenangaben. Beschreiben Sie einen Klang mit η βιόλα, το όμποε oder το ακορντεόν; prüfen Sie das Instrument, statt es aus dem Titel zu erraten. Schreiben Sie drei eigene Sätze mit ήρεμος, αργός oder πιο έντονος und erklären Sie die gehörte Stimmung. Die Instrumentalmusik liefert den Gegenstand; die Griechischübung entsteht aus Ihren Sätzen und Karaindrous Interviewworten. Lesen Sie ihr kurzes griechisches Zitat laut und beachten Sie die Betonung von ποίηση und έμπνευση. Der B1-Text begleitet die Aufgabe; wortlose Musik wird dadurch nicht zu gesprochenem Griechisch.
Wussten Sie schon?
- Sie gründete ein Labor für traditionelle Instrumente am Kulturzentrum ORA.
- In Der Blick des Odysseus spielt Kim Kashkashian Bratsche, nicht Geige.
- Concert in Athens wurde 2010 aufgenommen und 2013 veröffentlicht.
- Die World Soundtrack Awards ehrten 2021 ihr Lebenswerk.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Music for Films | Musik für Filme | 1991 |
| Το βλέμμα του Οδυσσέα | Der Blick des Odysseus (Filmmusikalbum) | 1995 |
| Μια αιωνιότητα και μια μέρα | Die Ewigkeit und ein Tag (Filmmusikalbum) | 1998 |
| Concert in Athens | Konzert in Athen (Livealbum) | 2013 |
Ein Satz zum Merken
Η ποίηση είναι κρυφή πηγή της έμπνευσής μου.
I poiisi einai kryfi pigi tis empnefsis mou.
Die Poesie ist eine verborgene Quelle meiner Inspiration.
















































































































