Leben
Glezos wurde am 9. September 1922 in Apiranthos geboren, einem Bergdorf mit Marmorhäusern auf Naxos. 1935 zog seine Familie nach Athen, wo er die Schule abschloss, schon früh arbeitete und sich in linken Jugendgruppen engagierte, die gegen die Metaxas-Diktatur und die Achsenmächte waren. Die Deutschen marschierten am 27. April 1941 in Athen ein und hissten das Hakenkreuz auf der Akropolis.
In der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1941 stiegen Glezos und sein Studienkollege Apostolos (Lakis) Santas durch eine Felsspalte an der Nordwestseite hinauf, erreichten den Fahnenmast und holten die Fahne herunter. Die Besatzer verkündeten Todesurteile gegen die unbekannten Täter; die beiden wurden damals nicht identifiziert. Glezos wurde während der Besatzung mehrmals verhaftet, von den Deutschen und den Italienern, und gefoltert. Sein Bruder Nikos wurde 1944 von den Besatzern hingerichtet.
Nach dem Krieg wurde Glezos als Kommunist in den Jahren des Bürgerkriegs verfolgt: Er wurde mehr als einmal zum Tode verurteilt, und die Urteile wurden nach internationalem Protest nicht vollstreckt. 1951 wurde er aus dem Gefängnis heraus für die Partei EDA ins Parlament gewählt, 1961 noch einmal aus der Haft. Unter der Junta von 1967–1974 erneut inhaftiert, verbrachte er insgesamt mehr als elf Jahre im Gefängnis und viereinhalb Jahre in der Verbannung. Später war er in den 1980er-Jahren Abgeordneter der PASOK, 1984 und erneut 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments, Vorsteher seiner Dorfgemeinde auf Naxos und ein unermüdlicher Kämpfer für deutsche Kriegsreparationen. Er starb am 30. März 2020 in Athen im Alter von 97 Jahren.
Werk

Die Fahne auf der Akropolis war eine kleine Tat mit gewaltigem Echo. In den ersten Wochen der Besatzung, als Griechenland überrannt war und ein großer Teil Europas resigniert schien, zeigten zwei Studenten, dass man das Hakenkreuz über dem Parthenon herunterholen konnte. Die Nachricht verbreitete sich in Athen von Mund zu Mund und dann im Ausland, und die Tat wurde zu einem Symbol des griechischen Widerstands, das seit dem Krieg jedes Jahr gefeiert wird.
Für Glezos war es der Beginn eines politischen Lebens. Er arbeitete für die Presse des Widerstands, war 1947 Chefredakteur der kommunistischen Zeitung Ριζοσπάστης (Rizospastis), bis das Blatt Ende jenes Jahres verboten wurde, und blieb sein Leben lang links, über die EDA der 1950er- und 1960er-Jahre, die PASOK der 1980er-Jahre bis zu SYRIZA in den 2010er-Jahren. Ein bequemer Verbündeter war er nie: Er kritisierte seine eigenen Parteien offen, auch SYRIZA im Jahr 2015.
Er hatte auch eine praktische Seite. Als Gemeindevorsteher von Apiranthos Ende der 1980er-Jahre experimentierte er mit lokaler Selbstverwaltung und mit kleinen Dämmen und Terrassen, die das Regenwasser im Boden halten sollten – ein Anliegen, für das er jahrzehntelang eintrat. Er schrieb Bücher über die Geschichte des Widerstands und über direkte Demokratie. Nur wenige Griechen bekamen mit 87 Jahren auf einer Demonstration Tränengas ab, wie Glezos 2010 in Athen; für viele fasste dieses Bild einen Mann zusammen, der nie aufhörte zu protestieren.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Gehen Sie auf die Akropolis und suchen Sie die Gedenktafel, die an die Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1941 erinnert; der Jahrestag wird dort jedes Jahr begangen. Auf Naxos ist Apiranthos eines der schönsten Dörfer der Kykladen und stolz auf seinen Sohn, der 1986–1990 Vorsteher der Gemeinde war. Griechische Schulgeschichtsbücher erzählen die Geschichte der Fahne, und Griechen aller politischen Farben würdigten seinen Mut, als er im März 2020 starb, während des ersten Covid-Lockdowns, sodass ein Mann, der sein Leben lang Plätze gefüllt hatte, nur eine kleine Beerdigung bekam. Der Satz «κατέβασε τη σημαία από την Ακρόπολη» (er hat die Fahne von der Akropolis geholt) braucht in Griechenland keine Erklärung.
Wussten Sie schon?
- Die beiden wurden während der Besatzung nicht als Täter identifiziert; die Deutschen verurteilten die unbekannten Täter in Abwesenheit zum Tode.
- Er wurde zweimal aus dem Gefängnis ins griechische Parlament gewählt, 1951 und 1961.
- Er war mit 61 und erneut mit 91 Jahren Mitglied des Europäischen Parlaments.
- Man nennt ihn oft «ο πρώτος παρτιζάνος της Ευρώπης» (der erste Partisan Europas), ein Titel, der meist Charles de Gaulle zugeschrieben wird.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Το κατέβασμα της σημαίας από την Ακρόπολη | Das Herunterholen der Hakenkreuzfahne von der Akropolis | 1941 |
| Αρχισυντάκτης του «Ριζοσπάστη» | Chefredakteur des Rizospastis | 1947 |
| Εκλογή στη Βουλή από τη φυλακή | Aus dem Gefängnis ins Parlament gewählt | 1951 |
| Ευρωβουλευτής | Mitglied des Europäischen Parlaments | 1984 |
| Πρόεδρος της κοινότητας Απειράνθου | Vorsteher der Gemeinde Apiranthos | 1986–1990 |
| Ευρωβουλευτής ξανά, στα 91 | Erneut Mitglied des Europäischen Parlaments, mit 91 | 2014 |
Aus dem Werk



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Ein Satz zum Merken
…ανάμεσα σε καταπιεστή και καταπιεζόμενο δεν μπορεί να υπάρξει συμβιβασμός
…anamesa se katapiesti kai katapiezomeno den borei na yparxei symvivasmos
…zwischen Unterdrücker und Unterdrücktem kann es keinen Kompromiss geben
























