Leben
Antonis Fostieris wurde 1953 in Athen geboren und hat familiäre Wurzeln auf Amorgos. Er studierte Jura in Athen und Rechtsgeschichte in Paris. Seine erste Sammlung, Το Μεγάλο Ταξίδι (Die große Reise), erschien 1971. Die Veröffentlichung anderer Autoren wurde ein weiteres Arbeitsfeld: Von 1974 bis 1976 leitete er Η Νέα Ποίηση (Neue Dichtung), von 1975 bis 1981 arbeitete er mit Thanasis Niarchos an der jährlichen Ausgabe Ποίηση (Dichtung). Im Januar 1981 gründeten sie Η Λέξη (Das Wort), eine Literaturzeitschrift, die sie bis 2010 herausgaben und leiteten.
Seine literarische Arbeit umfasst auch Übersetzungen und Anthologien. Er übersetzte Max Jacobs Συμβουλές σ’ ένα νέο ποιητή (Ratschläge an einen jungen Dichter), 1984 auf Griechisch veröffentlicht. Mit Niarchos stellte er Έλληνες ποιητές για τη θάλασσα (Griechische Dichter über das Meer, 1997) zusammen. Seine Gedichte wurden in Literaturlehrbücher Griechenlands und Zyperns aufgenommen und von ihm selbst eingesprochen. Πολύτιμη Λήθη (Kostbares Vergessen, 2003) erhielt 2004 den Staatspreis für Lyrik. Die Akademie von Athen verlieh ihm 2010 den Ouranis-Preis für sein Gesamtwerk. Die Demokrit-Universität Thrakien bietet heute eine digitale Sammlung aus seinem persönlichen Literaturarchiv.
Werk

Fostieris’ Gedichte bewegen sich zwischen Gefühl und Denken; oft trägt ein vertrautes Wort eine beunruhigende zweite Bedeutung. Titel wie Πολύτιμη Λήθη (Kostbares Vergessen, 2003) verbinden scheinbar gegensätzliche Gedanken. Τοπία του Τίποτα (Landschaften des Nichts, 2013) setzt die Frage nach dem Seienden und den Möglichkeiten der Sprache fort. Der Titel Θάνατος ο Δεύτερος (Der zweite Tod, 2020) stammt aus der Offenbarung des Johannes; die Gedichte verbinden Sterblichkeit mit dem Wert des Lebens, Zeit, Schweigen und Sprechen.
Seine Sprache verbindet heutiges Griechisch mit Wörtern und Verweisen früherer Epochen. In einem Interview mit Elpidoforos Intzebelis 2022 erklärte er diese Mischung als Möglichkeit, die historische Kontinuität des Griechischen im Gedicht wirksam werden zu lassen. Das verlangt Aufmerksamkeit für Zusammenhang, Klang und Mehrdeutigkeit. Der kurze Lesetext hier bietet zunächst angepasstes Alltagsgriechisch.
Άπαντα – Τα ποιήματα 1970–2020 (Sämtliche Gedichte 1970–2020, 2021) vereint zehn Sammlungen. Ποίηση και Ποιητική (Dichtung und Poetik, 2026) versammelt Interviews, Gespräche und Prosagedanken zum Schreiben. Diese Gespräche zeigen neben den Gedichten einen Autor, der über die Entstehung eines Gedichts und die Beteiligung seiner Leser nachdenkt.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Fostieris ist durch Schulanthologien, eigene Lesungen und das digitale Archiv der Demokrit-Universität Thrakien zugänglich. Das Archiv verbindet Gedichte mit Handschriften, Literaturzeitschriften und künstlerischen Reaktionen. Öffnen Sie für eine kleine Sprachübung die Kastaniotis-Seite zu Άπαντα – Τα ποιήματα 1970–2020 (Sämtliche Gedichte 1970–2020) und suchen Sie Πολύτιμη Λήθη (Kostbares Vergessen) in der Sammlungsliste. Schlagen Sie λήθη, Vergessen, und das Gegenteil μνήμη, Erinnerung, nach. Schreiben Sie zwei eigene Alltagssätze mit Θυμάμαι und Ξεχνώ: einen Namen erinnern, eine Adresse vergessen. Ersetzen Sie die Objekte und lesen Sie laut. So wird ein literarischer Titel praktisch nutzbar, bevor Sie die Gedichte angehen.
Wussten Sie schon?
- Η Λέξη bedeutet Das Wort: ein passender Name für die mit Thanasis Niarchos geleitete Zeitschrift.
- Max Jacobs Ratschläge für junge Dichter gehören zu seinen Übersetzungen.
- Das Universitätsarchiv enthält Handschriften und Aufnahmen seiner Lesungen.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Το Μεγάλο Ταξίδι | Die große Reise | 1971 |
| Η σκέψη ανήκει στο πένθος | Das Denken gehört der Trauer | 1996 |
| Πολύτιμη Λήθη | Kostbares Vergessen | 2003 |
| Τοπία του Τίποτα | Landschaften des Nichts | 2013 |
| Θάνατος ο Δεύτερος | Der zweite Tod | 2020 |
| Ποίηση και Ποιητική | Dichtung und Poetik | 2026 |
Ein Satz zum Merken
Η ποίηση, εξάλλου, είναι η πυρηνική έκφανση της τέχνης.
I poíisi, exállou, eínai i pyrinikí ékfansi tis téchnis.
Dichtung ist schließlich der wesentliche Ausdruck der Kunst.

























































































