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Penelope Delta
Public domain · Wikimedia Commons

A2Neugriechenland · Romanautorin (Kinderliteratur)

Penelope Delta

Πηνελόπη Δέλτα

1874 – 1941 · Alexandria, Ägypten; Kifisia, Athen

Penelope Delta (Πηνελόπη Δέλτα, 1874–1941), geboren in der reichen Familie Benakis in Alexandria, schrieb die ersten Klassiker der griechischen Kinderliteratur: Τρελαντώνης (Der verrückte Antonis, 1932) über ihren übermütigen Bruder, Ο Μάγκας (Der Straßenhund, 1935), erzählt von einem Hund, und Τα μυστικά του Βάλτου (Die Geheimnisse des Sumpfes, 1937) über den Makedonischen Kampf. Sie entschied sich, in der Sprache zu schreiben, die Kinder wirklich sprachen, und sie nahm sich an dem Tag das Leben, an dem die deutsche Armee in Athen einmarschierte.

Leben

Penelope Benaki wurde 1874 in Alexandria geboren, als Tochter von Emmanouil Benakis, einem Baumwollhändler, der zu den reichsten Griechen Ägyptens gehörte und später Bürgermeister von Athen wurde; ihr Bruder Antonis gründete das Benaki-Museum. Sie wuchs in einem strengen, wohlhabenden Haushalt auf, wurde von Gouvernanten unterrichtet und heiratete 1895 den Geschäftsmann Stefanos Deltas, mit dem sie drei Töchter hatte. Die Ehe war korrekt und unglücklich. 1905 lernte sie in Alexandria den Diplomaten und Schriftsteller Ion Dragoumis kennen, und die beiden verliebten sich; die Beziehung blieb platonisch und wurde abgebrochen, prägte aber ihr ganzes weiteres Leben und ihre Tagebücher, die lange nach ihrem Tod veröffentlicht wurden.

Die Familie lebte eine Zeit lang in Frankfurt und ließ sich 1916 in Kifisia nördlich von Athen nieder, in einem Haus, das heute zum Archiv des Benaki-Museums gehört. Um 1909 begann sie, für Kinder zu schreiben, ermutigt vom demotizistischen Kreis um Dragoumis und den Pädagogen Alexandros Delmouzos, und blieb trotz Krankheit dabei: Ab den 1920er-Jahren litt sie an einer fortschreitenden Lähmung, die sie schließlich ans Bett fesselte. Dragoumis wurde 1920 in Athen ermordet, ein Schlag, den sie nie verwand.

Am 27. April 1941, dem Tag, an dem deutsche Truppen in Athen einmarschierten, nahm sie Gift; sie starb einige Tage später, am 2. Mai, und wurde im Garten ihres Hauses in Kifisia begraben. Ihr Grabstein trägt ein einziges Wort: ΣΙΩΠΗ (Schweigen).

Werk

Ihre ersten Bücher waren historisch. Για την πατρίδα (Für das Vaterland, 1909) und Τον καιρό του Βουλγαροκτόνου (Zur Zeit des Bulgarentöters, 1911) spielen in Byzanz unter Kaiser Basileios II. und sollten griechischen Kindern Helden aus ihrer eigenen mittelalterlichen Vergangenheit geben. Παραμύθι χωρίς όνομα (Märchen ohne Namen, 1910) ist eine Allegorie: Ein Königreich fauler, fatalistischer Menschen wird von einem jungen Prinzen, der sie zur Arbeit bringt, wieder zum Leben erweckt – eine Geschichte mit Blick auf das Griechenland ihrer Zeit, die Iakovos Kambanellis später zu einem berühmten Theaterstück machte.

Ihre beliebtesten Bücher entstanden spät. Τρελαντώνης (Der verrückte Antonis, 1932) begleitet vier Kinder aus Alexandria, ihre eigenen Geschwister, durch einen Sommerurlaub in Piräus und Athen in den 1880er-Jahren, und Antonis, der ständig in Schwierigkeiten gerät, ist der berühmteste Lausbub der griechischen Literatur. Ο Μάγκας (Der Straßenhund, 1935) ist die Autobiografie eines Foxterriers, der die Geschichte derselben Familie von unter dem Tisch aus erzählt. Τα μυστικά του Βάλτου (Die Geheimnisse des Sumpfes, 1937) ist ihr ehrgeizigster Roman: der Makedonische Kampf von 1904–08, ausgetragen zwischen griechischen und bulgarischen Banden in den Sümpfen des Giannitsa-Sees, gesehen mit den Augen zweier Kinder, mit dem realen Kapitän Agras (Tellos Agapinos) als Helden. Delta schrieb in demotischem Griechisch, in kurzen Sätzen voller Dialog und Handlung, zu einer Zeit, als Schulbücher noch in steifer Katharevousa verfasst waren, und ihre Bücher waren ein stilles Plädoyer dafür, dass Kinder eine echte Sprache verdienen.

Nachwirkung im heutigen Griechenland

Τρελαντώνης und Ο Μάγκας gehören zu den ersten ganzen Büchern, die griechische Kinder selbst lesen, und Auszüge stehen in den Lesebüchern der Grundschule; Τα μυστικά του Βάλτου wird in den höheren Klassen gelesen. Τρελαντώνης wurde für das griechische Fernsehen adaptiert, und Kambanellis' Bühnenfassung von Παραμύθι χωρίς όνομα wird noch immer aufgeführt. Ihr Haus in Kifisia, wenige Schritte vom Bahnhof entfernt, gehört dem Benaki-Museum und beherbergt ihre Papiere sowie ihr Grab im Garten. Ihre Tagebücher und ihr Briefwechsel mit Ion Dragoumis, die ab den 1980er-Jahren erschienen, machten sie auch zu einer Gestalt der Erwachsenenliteratur. Für Lernende ist Τρελαντώνης ein idealer erster griechischer Roman: kurze Kapitel, Alltagswörter und eine Handlung, die keine Geschichtsstunde braucht.

Wussten Sie schon?

  • Ihr Bruder Antonis Benakis, der echte Trelantonis, gründete später das Benaki-Museum in Athen.
  • Sie war eng mit Eleftherios Venizelos befreundet, unter dem ihr Vater Minister gewesen war, und ihre Tagebücher sind eine Quelle zur Politik jener Zeit.
  • Ihr Grab im Garten ihres Hauses in Kifisia trägt ein einziges Wort, ΣΙΩΠΗ (Schweigen).
  • Sie nahm am 27. April 1941 Gift, dem Tag, an dem die Deutschen in Athen einmarschierten, und starb fünf Tage später.

Hauptwerke

Griechischer TitelTitelJahr
Για την πατρίδαFür das Vaterland1909
Παραμύθι χωρίς όνομαMärchen ohne Namen1910
Τον καιρό του ΒουλγαροκτόνουZur Zeit des Bulgarentöters1911
ΤρελαντώνηςDer verrückte Antonis1932
Ο ΜάγκαςDer Straßenhund1935
Τα μυστικά του ΒάλτουDie Geheimnisse des Sumpfes1937

Ein Satz zum Merken

ΣΙΩΠΗ

Siopi

Schweigen

the single word on her grave in Kifisia (1941)

Im Original

Der Text, wie Penelope Delta ihn geschrieben hat, gemeinfrei, mit unserer eigenen Übersetzung daneben.

«Στα μυστικά του βάλτου»Die Geheimnisse des Sumpfes

Der Anfang des Romans, in der Ebene von Roumlouki in Makedonien, wo der junge Held dem kleinen Giovan begegnet. Die Geschichte folgt griechischen Kämpfern in den Sümpfen von Giannitsa während des Makedonischen Kampfes 1904–1908.

Ο ήλιος, χαμηλώνοντας, ρόδιζε τις χιονισμένες κορυφές του Ολύμπου, χρύσιζε τους νερόλακκους που είχε αφήσει εδώ κι εκεί η χθεσινή βροχή στο λασπωμένο κάμπο, που απλώνονταν ως πέρα, σταχτής, άχαρος, έρημος. Πηδώντας από το ένα πόδι στο άλλο, σηκώνοντας κάθε φορά από ένα σβώλο λάσπη στο κάθε του τσαρούχι, γοργά προχωρούσε ένα νέο αγόρι, μόνο ζωντανό πλάσμα στην πλατιά αυτή ερημιά, άφοβα, αμέριμνα, περιφρονώντας τον κάματο του δρόμου, μέσα στο μαλακό λασπιασμένο χώμα. Κάπου κάπου σήκωνε το κεφάλι, και κάτω από το γουνίσιο του καλπάκι έριχνε μια διαπεραστική ματιά ολόγυρα. Και πάλι χαμήλωνε το μέτωπο, ξανάπιανε το γλοιώδη του δρόμο. Μα έξαφνα στάθηκε.Die Sonne, schon tiefer stehend, färbte die verschneiten Gipfel des Olymp rosa und vergoldete die Pfützen, die der gestrige Regen hier und da auf der schlammigen Ebene zurückgelassen hatte, die sich bis in die Ferne erstreckte, aschgrau, freudlos, öde. Von einem Fuß auf den anderen springend, bei jedem Schritt einen Klumpen Schlamm an jedem seiner Bundschuhe hebend, ging ein junger Bursche rasch voran, das einzige lebende Wesen in dieser weiten Einöde, furchtlos, unbekümmert, die Mühe des Weges verachtend, durch die weiche, schlammige Erde. Hin und wieder hob er den Kopf und warf unter seiner Pelzmütze einen durchdringenden Blick in die Runde. Dann senkte er wieder die Stirn und setzte seinen glitschigen Weg fort. Doch plötzlich blieb er stehen.
Λίγο παραπέρα, πλάγι σ' ένα τσουρουφλισμένο από τον άνεμο θάμνο, ένα κεφάλι παιδιού ξεκόβουνταν στη σταχτεράδα του κάμπου. Ήταν ξεσκούφωτο, ισχνό, και τα μεγάλα αμυγδαλωτά του μάτια ξεχώριζαν κατάμαυρα στο χλωμό του πρόσωπο.Ein wenig weiter, neben einem vom Wind versengten Strauch, hob sich ein Kinderkopf vom Grau der Ebene ab. Er war unbedeckt, mager, und die großen mandelförmigen Augen stachen pechschwarz aus dem blassen Gesicht hervor.

«Στα μυστικά του βάλτου» (1937), chapter Α΄ «Ο κάμπος του Ρουμλουκιού», opening · Gemeinfreier Text, Quelle: el.wikisource.org

A2

Über Penelope Delta auf Griechisch lesen (A2)

Wörter aus dem Text

  • Familie
  • Vater
  • Bürgermeister
  • Sprache
  • Lieblings-, geliebt
  • frech, unartig
  • Bruder
  • nahe

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