Leben
Nausica Pastra, auch Nafsika oder Nausika Pastra geschrieben, wurde 1921 in Kalamata auf der Peloponnes geboren. Zur Bildhauerei kam sie erst mit Mitte dreißig. Nach Angaben der Nationalgalerie in Athen besuchte sie 1957 den Bildhauerkurs von Ewald Mataré an der Sommerakademie in Salzburg; der Kurator Emmanuel Mavrommatis datiert ihre ersten Stunden bei Mataré auf 1956. Dort baute sie eine Vase aus übereinandergelegten Tonringen, einer alten Töpfertechnik. Von 1957 bis 1962 studierte sie in Fritz Wotrubas Bildhauerklasse an der Akademie der bildenden Künste in Wien, die ihr 1959 den Füger-Preis für Zeichnung verlieh.
1963 zeigte die Galerie Würthle in Wien ihre erste Einzelausstellung mit Figuren aus Ton, Gips, Zement und Bronze, die von der österreichischen Kritik herzlich aufgenommen wurde. Danach ließ sie sich in Paris nieder: Die Nationalgalerie nennt 1963, andere Quellen 1964. Von 1967 bis 1973 besuchte sie Jean Cassous Seminar zur Kunstsoziologie an der École Pratique des Hautes Études und wurde korrespondierendes Mitglied der Wiener Secession.
Mitte der 1980er-Jahre kehrte sie nach Griechenland zurück und teilte ihre Zeit fortan zwischen Athen, Thessaloniki und Paris. 1982 nahm sie an der Europalia in Belgien teil und gewann bei der Biennale von Alexandria den dritten Preis für Skulptur. Sie starb 2011.
Werk
In Wien studierte Pastra die menschliche Figur. Rückblickend schrieb sie, dass sie nicht deren äußere Erscheinung interessierte, sondern wie die Volumen im Raum stehen und die Richtungen des Gleichgewichts in verschiedenen Haltungen zeigen. In Paris ersetzte sie die Inspiration durch die Mathematik. Ab 1968 arbeitete sie mit zwei Formen, die jeder kennt, dem Quadrat und dem Kreis, und verband sie zu einer neuen Form, die sie Σύνεκτρον (Synectron) nannte; der französische Staat erteilte ihr 1971 ein Patent dafür. Das Synectron wurde zum Ausgangspunkt der Serie Αναλογικά (Analogiques), die sich von flachen Studien zu Reliefs und dreidimensionalen Skulpturen aus Halbkreisen und rechten Winkeln entwickelte.
Ihr Werk kehrte immer wieder zu einem Problem zurück: wie sich der Raum verändert, wenn sich die Beziehungen zwischen seinen Teilen ändern, während das System der Beziehungen gleich bleibt. Jede Skulptur ist zugleich die Analyse einer Phase dieses Problems. Sie arbeitete mit Holz, Eisen, Stein, Marmor, bemaltem Aluminium und Duraluminium, oft in architektonischem Maßstab. 1974 gehörte ihr Entwurf für einen 500 Quadratmeter großen Brunnenplatz in Montreuil bei Paris zu den drei von 100 Einsendungen ausgewählten; eine Stein-Skulpturenumgebung zum selben Thema wurde 1976 an einem Lycée in Mirepoix in Südfrankreich vollendet. Spätere Serien wie Σχέσεις-Ρυθμοί (Beziehungen-Rhythmen) verbanden Eisen und Oregon-Kiefer in dynamischeren Anordnungen.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
2014 zeigte das Staatliche Museum für Zeitgenössische Kunst in Thessaloniki im Lazaristenkloster eine Retrospektive ihrer Zeichnungen, Skulpturen und theoretischen Texte, die danach ins Museum für Neugriechische Kunst auf Rhodos wanderte. Die Kalfayan Galleries in Athen zeigten 2018 ihre Pariser Serien und 2022 ihre Wiener Jahre. In Thessaloniki steht Συνάρτησις Ι (Funktion I) bei der Teloglion-Kunststiftung, und ein Relief aus bemaltem Eisen bedeckt die Fassade des Kulturzentrums Vafopouleio.
Probieren Sie es aus: Öffnen Sie den Online-Eintrag der Nationalgalerie zu Σύνεκτρον-Τετράγωνο-Κύκλος (Synectron-Quadrat-Kreis, 1976, Duraluminium, 55 × 55 × 9 cm), der als ausgestellt in der Nationalen Glyptothek in Athen geführt wird. Schreiben Sie zwei griechische Sätze, zum Beispiel «Το σχήμα προκύπτει από τον κύκλο και το τετράγωνο» (Die Form ergibt sich aus Kreis und Quadrat), und einen weiteren über das Material. Vergleichen Sie dann die Titelform Συνάρτησις mit dem heutigen συνάρτηση.
Wussten Sie schon?
- Sie besaß ein französisches Patent für eine Form: das Synectron, eingetragen 1971.
- Ihre erste Skulptur in Salzburg war wie ein antikes Gefäß aus Tonwülsten aufgebaut, und Mataré nutzte sie im Unterricht.
- Sie entwarf die Logos des Institut Français de Thessalonique und der Teloglion-Kunststiftung.
- Sie begann mit Mitte dreißig Bildhauerei zu studieren und zeigte 2004 in Athen noch ein neues Werk.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Πρώτη ατομική έκθεση, γκαλερί Würthle, Βιέννη | Erste Einzelausstellung, Galerie Würthle, Wien | 1963 |
| Σύνεκτρον | Synectron (in Frankreich patentierte Form) | 1971 |
| Σύνεκτρον-Τετράγωνο-Κύκλος | Synectron-Quadrat-Kreis (Nationalgalerie, Athen) | 1976 |
| Συνάρτησις Ι, σειρά Αναλογικά 2 | Funktion I, Serie Analogiques 2 | 1979–1982 |
| Τρίπτυχο 1-2, Σχέσεις-Ρυθμοί | Triptychon 1-2, Beziehungen-Rhythmen | 1988 |
Ein Satz zum Merken
Δημιούργημα σημαίνει ότι κανείς άλλος δεν θα μπορέσει να ξανακάνει αυτό το έργο.
Dimiúrgima siméni óti kanís állos den tha borési na xanakáni aftó to érgo.
Eine Schöpfung bedeutet, dass niemand sonst dieses Werk je wieder schaffen kann.


























































