Leben
Karyofyllia Karabeti, auch Karampeti oder Karambeti geschrieben, wurde 1958 geboren und wuchs in Doxa auf, einem Dorf bei Didymoticho im Evros, im äußersten Nordosten Griechenlands; einige Nachschlagewerke nennen den 5. Juli 1958 als Geburtstag. In Thessaloniki studierte sie Bauingenieurwesen am Polytechnikum und besuchte zugleich die Schauspielschule des Staatstheaters Nordgriechenlands. Dort war nach ihren Worten die Schauspielerin Maya Lymperopoulou eine entscheidende Lehrerin. Ab 21 verdiente sie ihren Lebensunterhalt selbst, mit Mathematik-Nachhilfe, als Babysitterin und als Kellnerin in Bars.
Ihre ersten Bühnenjahre an der Experimentierbühne der Gruppe Τέχνη (Kunst) in Thessaloniki waren unbezahlt, deshalb arbeitete sie nebenher anderswo. Danach ging sie zu Giorgos Michailidis an das Ανοιχτό Θέατρο (Offenes Theater), wo sie Annabella in Schade, dass sie eine Hure ist, Wedekinds Lulu und Mascha in Tschechows Drei Schwestern spielte. Sie erinnert sich daran als eine der schönsten Zeiten ihres Lebens.
1997 besetzte das Nationaltheater Griechenlands sie als Medea des Euripides, inszeniert von Nikaiti Kontouri mit Musik von Savina Yannatou. Nach Epidauros ging die Inszenierung auf Tournee ins Ausland, unter anderem nach Melbourne, Montreal und New York. Seitdem bewegt sie sich zwischen antiker Tragödie, modernem Drama, Fernsehen und Film.
Werk

Karabeti ist vor allem als Tragödin bekannt. Unter den Rollen, die ihr am meisten bedeuten, nennt sie Antigone, die sie mit der Erinnerung an den Regisseur Minos Volanakis verbindet, Medea, mehrere Elektren und Klytaimnestren, besonders die Klytaimnestra, die sie bei Peter Stein erarbeitete, Lady Macbeth und sogar Hamlet. Mit Michail Marmarinos spielte sie Megara in Euripides’ Der rasende Herakles, und für Yannis Houvardas war sie Christine Mannon in Eugene O’Neills Trauer muss Elektra tragen.
Das neugriechische Drama hat ihr einige ihrer seltsamsten Rollen gegeben. 2015 spielte sie Norma Desmond, den vergessenen Stummfilmstar, in Dimitris Dimitriadis’ Στροχάιμ (Strochaim), inszeniert von Stamatis Fasoulis. 2017 war sie Atossa, die persische Königin, in Aischylos’ Die Perser der Theaterorganisation Zyperns, inszeniert von Aris Biniaris in Epidauros. Für diese Rolle erhielt sie den Karolos-Koun-Preis für antikes Drama, verliehen im Februar 2019 in Athen.
Im Film spielte sie die Liedtexterin Eftychia Papagiannopoulou in ihren späteren Jahren in Angelos Frantzis’ Ευτυχία (Eftychia, 2019), mit Katia Goulioni als jüngerer Eftychia. 2023 übernahm sie die Hauptrolle in Eva Nathenas Φόνισσα (Die Mörderin) nach Alexandros Papadiamantis’ Novelle über Hadoula, eine alte Witwe auf einer griechischen Insel um 1900. Ihre Methode, sagt sie, ist allein die Arbeit: Konzentration, Notizen bei der Probe und das Studium jeder Bewegung und jedes Satzes.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Das digitale Archiv des Nationaltheaters bewahrt Fotos, Programmhefte und Presseausschnitte ihrer Medea von 1997, darunter ein Bild von ihr als Medea neben Lazaros Georgakopoulos als Jason. Ihre jüngsten Filme machten zwei griechische Frauen des Wortes einem breiten Publikum bekannt: eine Texterin populärer Lieder und die Heldin eines Klassikers der griechischen Prosa. 2026 kehrte sie nach 29 Jahren zur Medea zurück, in einer Inszenierung von Nikita Milivojević.
Probieren Sie es aus: Lesen Sie ihren neugriechischen Satz aus einem Interview von 2015 in Το Βήμα, «Ο ηθοποιός γίνεται το όχημα για να συμβεί αυτό» (Der Schauspieler wird zum Vehikel, damit dies geschieht). Schreiben Sie dann zwei eigene Sätze: einen über die Schauspielerin, beginnend mit Η Καραμπέτη λέει ότι… (Karabeti sagt, dass…), und einen über eine Figur, beginnend mit Η Μήδεια αποφασίζει να… (Medea beschließt, zu…). Prüfen Sie, ob jeder Satz klar zeigt, wer spricht oder handelt.
Wussten Sie schon?
- Sie studierte Bauingenieurwesen am Polytechnikum Thessaloniki zur selben Zeit wie Schauspiel.
- Die Medea von 1997 hatte Musik von Savina Yannatou, gespielt unter anderem auf der pontischen Lyra und der Volksklarinette.
- Sie hat sowohl Elektra als auch Klytaimnestra gespielt, Tochter und Mutter, die sich im selben Mythos gegenüberstehen.
- In Strochaim spielte sie einen Stummfilmstar: eine Leinwandschauspielerin auf der Bühne.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Μήδεια | Medea — Titelrolle, Nationaltheater Griechenlands, Regie Nikaiti Kontouri | 1997 |
| Στροχάιμ | Strochaim von Dimitris Dimitriadis — als Norma Desmond, Regie Stamatis Fasoulis | 2015 |
| Πέρσες | Die Perser — als Atossa, Theaterorganisation Zyperns in Epidauros, Regie Aris Biniaris | 2017 |
| Ευτυχία | Eftychia — Film von Angelos Frantzis, als Liedtexterin Eftychia Papagiannopoulou | 2019 |
| Φόνισσα | Die Mörderin — Film von Eva Nathena nach Papadiamantis, als Hadoula | 2023 |
Ein Satz zum Merken
Είμαι η Καρυοφυλλιά, αυτό δεν με αφήνει ποτέ, όποιον ρόλο κι αν παίξω.
Eímai i Karyofylliá, aftó den me afínei poté, ópoion rólo ki an paíxo.
Ich bin Karyofyllia; das verlässt mich nie, welche Rolle ich auch spiele.










































