Leben
Axioti wurde 1905 in Athen geboren, wuchs aber auf Mykonos auf, damals einer armen, stillen Insel der Seeleute und Bauern, lange vor dem Tourismus; ihre Familie stammte von dort, und die Häuser der Insel, ihre Winde und die Stimmen ihrer Frauen sollten ihre Bücher bis ans Lebensende füllen. Sie erhielt eine gute Bildung, auch Französisch, und lebte ab Ende der 1920er Jahre in Athen, wo sie zu schreiben begann und sich ihren eigenen Weg als Schriftstellerin bahnte.
Ihr erster Roman, Δύσκολες νύχτες (Schwierige Nächte), erschien 1938, während der Metaxas-Diktatur, ihr zweiter, Θέλετε να χορέψομε Μαρία; (Wollen wir tanzen, Maria?), 1940. 1936 war sie der Kommunistischen Partei beigetreten, und während der deutschen Besatzung beteiligte sie sich am Widerstand der EAM. 1947, als der Bürgerkrieg tobte, ging sie nach Frankreich; 1950 mit anderen griechischen Kommunisten ausgewiesen, ließ sie sich in der DDR nieder, wo sie meist in Ost-Berlin lebte und ab 1958 neugriechische Literatur an der Humboldt-Universität lehrte.
Erst 1964 durfte sie nach Griechenland zurückkehren, und in diesen letzten Jahren schrieb sie die persönlichsten Bücher ihres Schaffens. Sie starb am 22. Mai 1973 in Athen.
Werk

Δύσκολες νύχτες brach mit dem Realismus, der die griechische Erzählliteratur der 1930er Jahre beherrschte. Es gibt keine geradlinige Handlung: Erinnerungsfragmente, Szenen aus einer Inselkindheit, Stimmen, die einander unterbrechen, Wechsel zwischen erster und dritter Person, zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Vorbild ist weniger ein griechischer Autor als Proust und die europäischen Modernisten, doch der Stoff ist ganz griechisch: der Haushalt, die Nachbarn, der Klatsch und die Trauer einer kleinen Gemeinschaft. Die Kritik war gespalten; manche sahen nur Verwirrung, andere erkannten eine neue Schreibweise. Θέλετε να χορέψομε Μαρία; treibt das Experiment weiter und folgt dem Innenleben einer jungen Frau in Athen.
In den 1940er Jahren wurde ihr Schreiben offen politisch: Εικοστός αιώνας (Zwanzigstes Jahrhundert, 1946) ist eine Chronik der griechischen Geschichte aus linker Sicht, und im Exil schrieb sie Erzählungen und Reportagen über den Widerstand und den Bürgerkrieg.
Die späten Werke kehren zur Erinnerung zurück, nun mit der Erfahrung von Niederlage und Exil im Rücken. Το σπίτι μου (Mein Haus, 1965) ist eine Meditation über das Familienhaus auf Mykonos und die Dinge darin. Κάδμω (Kadmo, 1972), ihr letztes Buch, ist eine Mischform aus Prosagedicht und Autobiografie, ein langer Erinnerungsstrom über Kindheit, Geschichte, Liebe und Tod in einer dichten, musikalischen Sprache. Heute gilt es oft als ihr Meisterwerk.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Jahrzehntelang war Axioti halb vergessen, zu modernistisch für die Partei und zu kommunistisch für das griechische Literaturestablishment der Nachkriegszeit. Seit den 1980er Jahren haben Forscher und Leser sie wiederentdeckt, und heute gilt sie als Schlüsselfigur der griechischen Moderne neben Autoren der Generation der 1930er Jahre wie Seferis und Elytis und als eine der bedeutenden Schriftstellerinnen des Griechenlands im 20. Jahrhundert, mit Margarita Liberaki und anderen. Ihre Bücher wurden neu aufgelegt, und ihr Archiv sowie ihre Jahre in Ost-Berlin sind Gegenstand der Forschung geworden. Auf Mykonos, inmitten der Sommermassen, überlebt die alte Insel, die sie beschrieb, in ihren Seiten. Ein C2-Lernender sollte mit den ersten Kapiteln von Δύσκολες νύχτες oder einigen Seiten aus Κάδμω beginnen, langsam und laut gelesen.
Wussten Sie schon?
- Sie wuchs auf Mykonos auf, Jahrzehnte bevor es zur internationalen Ferieninsel wurde, und schrieb ihr Leben lang über sein altes Leben.
- 1950 aus Frankreich ausgewiesen, verbrachte sie mehr als ein Jahrzehnt in der DDR und lehrte neugriechische Literatur an der Humboldt-Universität.
- Ihr erster Roman, 1938 erschienen, wird oft als erster griechischer Roman der Moderne bezeichnet.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Δύσκολες νύχτες | Schwierige Nächte | 1938 |
| Θέλετε να χορέψομε Μαρία; | Wollen wir tanzen, Maria? | 1940 |
| Εικοστός αιώνας | Zwanzigstes Jahrhundert | 1946 |
| Το σπίτι μου | Mein Haus | 1965 |
| Κάδμω | Kadmo | 1972 |
Aus dem Werk

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Ein Satz zum Merken
Θέλετε να χορέψομε Μαρία;
Thelete na chorepsome Maria?
Wollen wir tanzen, Maria?






















