Leben
Nora Valsami wurde als Eleonora Valsamidou in Kairo geboren, wo sie aufwuchs und Tanz und Rhythmik lernte. Die biografische Website San Simera nennt als Geburtsdatum den 24. Januar 1945; die Website der Finos Film gibt 1948 an. In Athen besuchte sie die Schauspielschule von Giorgos Theodosiadis und gab noch als Schülerin 1965 ihr Bühnendebüt in Aristophanes’ Εκκλησιάζουσες (Die Weibervolksversammlung). In ihrer Filmografie ist außerdem ein kurzer Auftritt als Schülerin in der Komödie Ο καζανόβας (Der Casanova) von 1963 verzeichnet.
Ihr eigentlicher Einstieg ins Kino kam mit Dinos Dimopoulos’ Komödie Τζένη Τζένη (Jenny Jenny, 1966), in der sie eine Nachtclubsängerin spielte, deren Lied von Keti Chomata synchronisiert wurde. Produzent Filopimin Finos bot ihr daraufhin einen Exklusivvertrag an, und zwanzig ihrer dreiundzwanzig Filme entstanden in seiner Firma. An der Seite von Zoe Laskari spielte sie in Η Στεφανία (Stefania, 1967) ein Mädchen in einer Erziehungsanstalt und wechselte zwischen Komödie und Drama bis zu Οι βάσεις και η Βασούλα (Die Stützpunkte und Vasoula, 1975), ihrem letzten Film.
Nach Finos’ Tod 1977 arbeitete sie mit führenden Theaterensembles. 1979 unterschrieb sie beim Nationaltheater, wo sie die Braut in Lorcas Bluthochzeit (1980) und 1992 ihre erste tragische Rolle in Sophokles’ Antigone spielte. 1973 heiratete sie den Regisseur Errikos Andreou, der 2023 starb.
Werk
Valsamis Leinwandbild entstand Ende der 1960er-Jahre bei der Finos Film, dem Studio, das mit Komödien, Musicals und Melodramen das populäre griechische Kino beherrschte. Das Studioporträt beschreibt, dass sie ihre Rollen mit Leichtigkeit und Natürlichkeit spielte. Sie übernahm eine Hauptrolle in Οι κυρίες της αυλής (Die Hofdamen, 1966), meisterte dramatische Rollen in Η Στεφανία und Πυρετός στην άσφαλτο (Fieber auf dem Asphalt, 1967) und brachte eine leichte, natürliche Note in Komödien wie Η θεία μου η χίπισσα (Meine Tante, die Hippie, 1970).
Das Fernsehen schenkte ihr eine zweite Karriere. Ihr Mann Errikos Andreou adaptierte Romane von Grigorios Xenopoulos für das Staatsfernsehen, und sie spielte die Hauptrolle in Serien wie Αφροδίτη (Aphrodite, 1977), einer Serie mit 26 Folgen, Η Αναδυομένη (Die aus dem Meer Steigende, 1978) und Μυστικοί αρραβώνες (Heimliche Verlobungen). 1980 spielte sie Dafni in Αστροφεγγιά (Sternenlicht), der ERT-Adaption von I. M. Panagiotopoulos’ autobiografischer Erzählung über eine Generation, die zwischen dem Ersten Weltkrieg und 1922 in Athen aufwächst. Auf der Bühne zeigte die Bluthochzeit des Nationaltheaters unter der Regie von Alexis Solomos und mit Musik von Manos Hadjidakis eine tragische Intensität, weit entfernt von ihren Filmnaiven. Später trat sie in Wildes Ein idealer Gatte und Sartres Die schmutzigen Hände auf.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Die Finos Film stellt Valsami in ihrem Künstlerarchiv noch immer vor, und ihre Filme gehören weiter zum Katalog. Lernenden bietet ihr Werk gesprochenes Neugriechisch der 1960er- bis 1980er-Jahre in klaren Alltagssituationen. Wählen Sie eine kurze Szene aus Οι κυρίες της αυλής oder eine Folge von Αστροφεγγιά im ERT-Archiv (archive.ert.gr). Achten Sie auf eine Bitte und ihre Antwort und beobachten Sie, wie Ton, Höflichkeit oder Ironie die Bedeutung verändern. Schreiben Sie dann einen eigenen neuen Dialog aus vier Zeilen, der eine ähnliche Bitte in einer anderen Situation äußert, zum Beispiel beginnend mit Θα μπορούσατε να μου πείτε…; (Könnten Sie mir sagen…?). Formulieren Sie um, statt das Drehbuch zu kopieren, und vergleichen Sie eine förmliche und eine vertraute Fassung Ihres Dialogs.
Wussten Sie schon?
- Ihr Geburtsname ist Eleonora Valsamidou.
- In Τζένη Τζένη (1966) sieht man sie singen, doch die Stimme gehört Keti Chomata.
- Filopimin Finos pflegte zu sagen: «Η Νόρα είναι δικό μας παιδί» (Nora ist unser eigenes Kind).
- Ihre erste tragische Rolle spielte sie 1992 in Sophokles’ Antigone am Nationaltheater.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Οι κυρίες της αυλής | Die Hofdamen | 1966 |
| Η Στεφανία | Stefania | 1967 |
| Αφροδίτη (τηλεοπτική σειρά) | Aphrodite — Fernsehserie nach Xenopoulos | 1977 |
| Η Αναδυομένη (τηλεοπτική σειρά) | Die aus dem Meer Steigende — Fernsehserie nach Xenopoulos | 1978 |
| Αστροφεγγιά (τηλεοπτική σειρά) | Sternenlicht — ERT-Serie, als Dafni | 1980 |
| Ματωμένος γάμος (Εθνικό Θέατρο) | Bluthochzeit — die Braut, Nationaltheater | 1980 |
Ein Satz zum Merken
Η Φίνος Φιλμ ήταν ένας παραμυθένιος κόσμος.
I Fínos Film ítan énas paramythénios kósmos.
Die Finos Film war eine märchenhafte Welt.


























































