Leben
Skarimbas wurde am 28. September 1893 (manche Quellen nennen 1897) in Agia Efthymia geboren, einem Dorf in Fokida nahe dem Golf von Korinth. Er ging in Egio zur Schule und schloss die höhere Schule in Patras ab. 1919 trat er in das Zollamt von Chalkida auf der Insel Euböa ein und verließ diese Stadt nie wieder: Er arbeitete dort als Zollbeamter und später als Zollagent, und bis an sein Lebensende stellte er sich gern, halb stolz, halb spöttisch, als «pensionierter Zollbeamter» vor.
Er begann spät und mit einem Paukenschlag. 1929 gewann seine Erzählung Ο Καπετάν Σουρμελής ο Στουραΐτης (Kapitän Sourmelis der Stouraitis) einen ersten Preis für Kurzprosa, und in den 1930er Jahren veröffentlichte er Schlag auf Schlag Erzählungen, Romane und Gedichte, die die Athener Kritik ratlos machten. In Chalkida war er eine lokale Legende: ein provokanter Redner, berühmt für seine Flüche, seine Witze und seine Verachtung jeder Konvention, der sich mit Verlegern, Akademikern und dem Literaturbetrieb überwarf. Anerkennung kam erst im Alter, mit dem Ersten Staatspreis für Literatur 1976 für seinen Antikriegsroman Φυγή προς τα εμπρός (Flucht nach vorn). Er starb am 21. Januar 1984 in Chalkida und wurde auf öffentliche Kosten in der Burg Karababa über dem Euripos beigesetzt.
Werk

Skarimbas gehört zur Generation der 1930er Jahre, steht aber abseits von ihr. Während andere eine ernste, «griechische» Moderne suchten, lachte er. Seine Prosa ist ein ständiges Spiel mit der Sprache: Wortspiele, erfundene Wörter, plötzliche Registerwechsel von der feierlichen Katharevousa zum Hafenslang, Sätze, die in Unsinn und dann in plötzliche Traurigkeit zusammenbrechen. Kritiker sahen ihn näher bei den Dadaisten als bei den Surrealisten, die er gern parodierte, und Manolis Anagnostakis nannte seine Dichtung «φανταιζίστικη» (fantasievoll).
Nach den Erzählungen von Καϋμοί στο Γριπονήσι (Kummer auf Griponisi, 1930) und der Prosa von Το θείο τραγί (Der göttliche Bock, 1933) kamen seine beiden großen Romane. Μαριάμπας (1935) und Το σόλο του Φίγκαρω (Figaros Solo, 1939) spielen in einem traumhaften Chalkida, unter Clowns, Seeleuten, Liebenden und Gescheiterten, und mischen Lyrik, Erotik, Satire und Tragödie, wie es kein griechischer Roman zuvor getan hatte. Seine Gedichte in Ουλαλούμ (1936), Εαυτούληδες (Kleine Selbste, 1952) und Βοϊδάγγελοι kehren zu denselben Motiven zurück: Flucht aus der Wirklichkeit, das Schiff, der Zirkus. Spät im Leben schrieb er Το Βατερλώ δύο γελοίων (Das Waterloo zweier Clowns, 1959), den preisgekrönten Roman Φυγή προς τα εμπρός (1976) sowie Stücke für das Schattentheater und die Bühne, darunter Αντι-Καραγκιόζης ο Μέγας (Anti-Karagiozis der Große, 1977) und Η κυρία του τραίνου (Die Dame im Zug, 1980).
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Chalkida hat ihn als seinen Genius Loci angenommen. Der Verein «Freunde von G. Skarimbas» wurde dort in seinem Todesjahr gegründet, sein Grab liegt in der Burg Karababa über dem Euripos, und Ausstellungen, Lesungen und Karagiozis-Aufführungen halten sein Andenken lebendig. In seinem Geburtsort Agia Efthymia wurde sein Geburtshaus 1998 unter Denkmalschutz gestellt, und jährlich finden ihm zu Ehren die «Σκαρίμπεια» statt. Jüngere griechische Schriftsteller nennen ihn oft als Vorbild an Freiheit und Humor. Um ihn zu verstehen, stellen Sie sich auf die alte Brücke von Chalkida und sehen Sie zu, wie der Euripos die Richtung wechselt, und lesen Sie dann ein Kapitel aus Το σόλο του Φίγκαρω laut.
Wussten Sie schon?
- Er arbeitete ab 1919 beim Zoll in Chalkida und nannte sich noch lange nach seinem Ruhm «pensionierter Zollbeamter».
- Den Ersten Staatspreis für Literatur erhielt er erst 1976, mit über achtzig Jahren.
- Er ist auf öffentliche Kosten in der Burg Karababa über dem Euripos begraben.
- Er parodierte die Surrealisten gern, indem er sie nachahmte.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Καϋμοί στο Γριπονήσι | Kummer auf Griponisi (Erzählungen) | 1930 |
| Μαριάμπας | Mariambas (Roman) | 1935 |
| Ουλαλούμ | Oulaloum (Gedichte) | 1936 |
| Το σόλο του Φίγκαρω | Figaros Solo (Roman) | 1939 |
| Φυγή προς τα εμπρός | Flucht nach vorn (Roman) | 1976 |
| Αντι-Καραγκιόζης ο Μέγας | Anti-Karagiozis der Große (Theaterstück) | 1977 |
Aus dem Werk

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Ein Satz zum Merken
Νάναι σα να μας σπρώχνει ένας αέρας μαζί / προς έναν δρόμο φιδωτό που σβει στα χάη
Nanai sa na mas sproxnei enas aeras mazi / pros enan dromo fidoto pou svei sta chai
Als ob ein Wind uns gemeinsam triebe / zu einem gewundenen Weg, der im Nichts verlischt






















