Leben
Antigoni Valakou wurde 1930 in Kavala in Nordgriechenland geboren. Ihre Familie zog 1946 nach Athen, als sie sechzehn war. In ihren letzten Schuljahren besuchte sie zugleich das Theaterstudio des Regisseurs und Übersetzers Vasilis Rotas. 1946 gab sie ihr Bühnendebüt in der Truppe des Schauspielers Aimilios Veakis, als Triantafyllia in Notis Pergialis’ Stück Νυφιάτικο τραγούδι (Hochzeitslied). Anfang der 1950er-Jahre kannte die Kritik sie für frische, jugendliche Rollen. Am Nationaltheater spielte sie 1952 die Perdita in Shakespeares Das Wintermärchen und 1956 die Ismene in Sophokles’ Antigone. 1955 war sie die Ophelia in Hamlet am Theater des Nationalgartens in Athen.
Ab 1956 spielte sie Anne Frank in der Truppe von Kostas Mousouris, eine Rolle, die ihr den Marika-Kotopouli-Preis einbrachte, und 1958 gründete sie ihre eigene Truppe. Zwischen 1953 und 1965 drehte sie etwa ein Dutzend Filme, darunter Γκόλφω (Golfo, 1955) von Orestis Laskos. Jahrzehntelang arbeitete sie auch für Radio und Fernsehen, meist in Bearbeitungen von Theaterstücken, und unterrichtete etwa zwanzig Jahre an der Schauspielschule des Nationaltheaters. Zu ihren späten Bühnenrollen gehörten 2001 Sarah in Die Wale im August am Nationaltheater und 2011 Madame Flo. Sie starb im November 2013 mit 83 Jahren in Athen.
Werk

Das digitale Archiv des Nationaltheaters verzeichnet Valakou in Rollen von 1952 bis 2007, und die Liste liest sich wie eine Landkarte des Weltdramas. Ihre bekannteste Inszenierung ist Sophokles’ Ηλέκτρα (Elektra), gespielt in der neugriechischen Übersetzung von K. Ch. Myris und inszeniert von Spyros Evangelatos. Premiere war am 9. Juli 1972 im antiken Theater von Epidauros; 1972, 1973 und 1974 kehrte die Aufführung ins Odeon des Herodes Atticus in Athen zurück. Dimitris Terzakis schrieb die Musik, Giorgos Patsas entwarf Bühnenbild und Kostüme. Die Besetzungsliste im Archiv ordnet jeder Figur eine Darstellerin oder einen Darsteller zu: Valakou als Elektra, Chloi Liaskou als Chrysothemis, Aleka Katseli als Klytaimnestra, Petros Fyssoun als Orestes. 1981 spielte sie die Elektra erneut für das Nationaltheater.
Die antike Tragödie blieb im Mittelpunkt. 1975 war sie Agaue in Die Bakchen und Kassandra in Die Troerinnen, 1976 Iphigenie in Iphigenie bei den Taurern, 1987 Iokaste in König Ödipus und 1993 Medea. Daneben standen 1961 Julia, 1986 die Titelrolle in Maria Stuart und 2007 Brechts Mutter Courage. In Lorcas Bernarda Albas Haus wechselte sie von Adela, der jüngsten Tochter, 1962 zur tyrannischen Mutter Bernarda 1996. In einem Zeitungsinterview 2001 sprach sie darüber, wie ihre Figur Sarah dem Alter begegnet, ohne aufzugeben.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
In ihrer Geburtsstadt trägt ein Theater ihren Namen: In Kavala werden Aufführungen im Θέατρο Αντιγόνη Βαλάκου (Theater Antigoni Valakou) angekündigt. Bei ihrer Beerdigung sagte der Kritiker Kostas Georgousopoulos, sie habe das ganze breite Spektrum des Welttheaters abgedeckt, und der künstlerische Leiter des Nationaltheaters, Sotiris Hatzakis, nannte sie einen ständigen Bezugspunkt für jüngere Schauspieler. Für Lernende ist die nützlichste Spur das Archiv selbst. Öffnen Sie die Seite zu Ηλέκτρα (1972) im Archiv des Nationaltheaters und suchen Sie den Abschnitt Διανομή (Besetzung): Jeder Rollenname steht neben dem Namen eines Darstellers, beide auf Griechisch. Fragen und antworten Sie: Ποια παίζει τη Χρυσόθεμη; Τη Χρυσόθεμη την παίζει η Χλόη Λιάσκου (Wer spielt Chrysothemis? Chloi Liaskou spielt Chrysothemis). Drehen Sie dann die Frage um: Ποιον ρόλο υποδύεται η Αντιγόνη Βαλάκου; (Welche Rolle verkörpert Antigoni Valakou?)
Wussten Sie schon?
- Ihr Vorname ist der einer tragischen Heldin, doch in Sophokles’ Antigone spielte sie 1956 die Schwester Ismene.
- In Bernarda Albas Haus spielte sie 1962 die jüngste Tochter und 34 Jahre später die Mutter.
- Ihre Elektra von 1972 hatte in Epidauros Premiere und wurde in den beiden folgenden Sommern in Athen wieder aufgenommen.
- Sie unterrichtete etwa zwanzig Jahre an der Schauspielschule des Nationaltheaters.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Γκόλφω | Golfo — Film von Orestis Laskos | 1955 |
| Ηλέκτρα | Elektra — Sophokles, als Elektra, Epidauros | 1972 |
| Τρωάδες | Die Troerinnen — als Kassandra | 1975 |
| Μαρία Στούαρτ | Maria Stuart — Titelrolle | 1986 |
| Μήδεια | Medea — Titelrolle | 1993 |
| Μάνα Κουράγιο | Mutter Courage — Brecht, Titelrolle | 2007 |
Ein Satz zum Merken
Πιστεύω ότι πρέπει να υπερασπίζεται κανείς τον εαυτό του και να παίρνει θετική στάση. Είμαι υπέρ της μη παραίτησης.
Pistévo óti prépei na yperaspízetai kaneís ton eaftó tou kai na pérnei thetikí stási. Eímai ypér tis mi paraítisis.
Ich glaube, man muss für sich selbst einstehen und eine positive Haltung einnehmen. Ich bin dafür, nicht aufzugeben.










































