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Το Ωδείο Ηρώδου του Αττικού στην Αθήνα, όπου έφτασε το 2004 η περιοδεία των «Εκκλησιαζουσών» με τη Μάρθα Καραγιάννη ως Πραξαγόρα (φωτογραφία του χώρου, 2016)
Το Ωδείο Ηρώδου του Αττικού στην Αθήνα, όπου έφτασε το 2004 η περιοδεία των «Εκκλησιαζουσών» με τη Μάρθα Καραγιάννη ως Πραξαγόρα (φωτογραφία του χώρου, 2016) · Laurens R. Krol · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

C2Neugriechenland · Schauspielerin · Musicalstar

Martha Karagianni

Μάρθα Καραγιάννη

1939 – 2022 · Keratsini · Athen

Martha Karagianni (1939–2022) war eine griechische Schauspielerin und Tänzerin, deren Energie das goldene Zeitalter des griechischen Kinos erhellte. Schon als Schülerin entdeckt, drehte sie zwanzig Filme für Finos Film, vor allem die Musicals und Komödien von Giannis Dalianidis, von Manche mögen’s kalt bis Meerjungfrauen und Gauner. Ihr schneller, spontaner Komödiendialog bietet Fortgeschrittenen lebendiges Material, um zu untersuchen, wie sich ein griechisches Gespräch bewegt.

Leben

Martha Karagianni wurde am 6. November 1939 als einziges Kind von Flüchtlingseltern aus dem Pontos geboren und wuchs in Keratsini bei Piräus auf; manche Berichte nennen Piräus oder Athen als Geburtsort. Mit acht Jahren, nach einem Jahr Unterricht an der Tanzschule Morianoff, wurde sie in das Kinderballett der Lyrischen Bühne aufgenommen; als dieses Programm endete, folgte sie ihrer Lehrerin an eine neue Tanzschule. Ihr privates Gymnasium unterrichtete auch Tanz und Schauspiel. Bei einer Schulaufführung fiel sie dem Regisseur Orestis Laskos auf, der sie zu Probeaufnahmen bei Finos Film einlud. Noch vor ihrem siebzehnten Geburtstag spielte sie die Geliebte von Alekos Alexandrakis in Η Άγνωστος (Die Unbekannte), der 1956 in die Kinos kam. Eine Schauspielschule besuchte sie nie, erhielt aber eine Schauspiellizenz als „außergewöhnliches Talent“.

Ihr Bühnendebüt folgte 1957 in der Revue Ελέφαντες και ψύλλοι (Elefanten und Flöhe), wo sie Giannis Dalianidis kennenlernte, damals Schauspieler und Tänzer. Ab 1961 war ihre Filmkarriere eng mit Dalianidis und Finos Film verbunden, und von 1964 bis 1972 arbeitete sie ausschließlich für Finos. Danach konzentrierte sie sich auf das Theater, wechselte von Musicals und Komödien in den 1970er- und 1980er-Jahren zum Sprechtheater der 1990er und trat ab 1977 in Fernsehserien auf. Ihre Autobiografie Ο έρωτας μωρό μου είναι γλέντι (Liebe, Baby, ist ein Fest) erschien 2001. Sie starb am 18. September 2022.

Werk

Karagiannis Leinwandfigur entstand in den Komödien und Musicals von Finos Film der 1960er-Jahre. Dalianidis besetzte sie erstmals in Ζητείται ψεύτης (Lügner gesucht, 1961). Μερικοί το προτιμούν κρύο (Manche mögen’s kalt, 1963), das Finos als erstes griechisches Musical präsentiert, brachte ihr als Verlobte von Dinos Iliopoulos großen Erfolg. Danach gehörte sie fest zu Dalianidis’ Musicals, darunter Κάτι να καίει (Etwas brennt, 1964), Κορίτσια για φίλημα (Mädchen zum Küssen, 1965), Ραντεβού στον αέρα (Rendezvous in der Luft, 1966), Μια κυρία στα μπουζούκια (Eine Dame bei den Bouzoukia, 1968), Γοργόνες και μάγκες (Meerjungfrauen und Gauner, 1968) und Μαριχουάνα στοπ (Marihuana Stopp, 1971). Sie tanzte in allen, sang aber nur in einem: Ο άντρας που θα παντρευτώ (Der Mann, den ich heiraten werde) von Mimis Plessas und Lefteris Papadopoulos in Meerjungfrauen und Gauner.

Mit Kostas Voutsas bildete sie ein sehr beliebtes Filmpaar, vor allem in Το ανθρωπάκι (Der kleine Mann, 1969). Nikos Foskolos’ Πεθαίνω κάθε ξημέρωμα (Ich sterbe jeden Morgen, 1969) gab ihr ihre einzige dramatische Rolle bei Finos. Finos Film zählt zwanzig ihrer zweiundvierzig Filme. Auf der Bühne brachte sie im Winter 1972 ein ehrgeiziges Cabaret heraus, erntete in den 1990ern Lob in Stücken von Pirandello, Goldoni und Kesselring und spielte 2004 die Praxagora in Aristophanes’ Εκκλησιάζουσες (Die Weibervolksversammlung), auf Tournee durch griechische Festivals bis zum Odeon des Herodes Atticus.

Nachwirkung im heutigen Griechenland

Finos Film, das die Rechte an ihren Filmen besitzt, bewahrt auf seiner Website Karagiannis Filmografie, drei Videowürdigungen und eine Auswahl ihrer Aussprüche auf; bei ihrem Tod verabschiedete sich die Firma von ihr als „unsere Meerjungfrau“. Sie sagte einmal, Menschen zum Lachen zu bringen könne man nicht lernen: Entweder man hat es oder nicht. Komisches Timing mag angeboren sein, aber Komödiendialog ist ein hervorragendes Klassenzimmer. Wählen Sie eine kurze Szene aus einer ausgewiesenen griechischsprachigen Finos-Komödie wie Το ανθρωπάκι (Der kleine Mann) und notieren Sie, wie die Figuren eine Bitte äußern, einander unterbrechen und den Ton wechseln. Schreiben Sie dann einen neuen Wortwechsel von vier bis sechs Zeilen für dieselbe Situation mit eigenen Worten, statt das Drehbuch abzuschreiben, und spielen Sie ihn mit einem Partner.

Wussten Sie schon?

  • Sie erhielt eine Schauspiellizenz als „außergewöhnliches Talent“, ohne je eine Schauspielschule zu besuchen.
  • In Dalianidis’ Musicals tanzte sie jedes Mal, sang aber nur einmal, in Meerjungfrauen und Gauner (1968).
  • 2002 kehrte sie mit der Operette Το κορίτσι της γειτονιάς (Das Mädchen von nebenan) an die Lyrische Bühne zurück, mehr als fünfzig Jahre nach deren Kinderballett.
  • Ihre erste antike Komödie kam erst 2004, als sie die Praxagora in Aristophanes’ Weibervolksversammlung spielte.

Hauptwerke

Griechischer TitelTitelJahr
Η ΆγνωστοςDie Unbekannte — Filmdebüt1956
Μερικοί το προτιμούν κρύοManche mögen’s kalt — Musicalfilm1963
Κορίτσια για φίλημαMädchen zum Küssen — Musicalfilm1965
Γοργόνες και μάγκεςMeerjungfrauen und Gauner — Musicalfilm1968
Το ανθρωπάκιDer kleine Mann — Komödie mit Kostas Voutsas1969
ΕκκλησιάζουσεςDie Weibervolksversammlung — Praxagora, auf der Bühne2004

Ein Satz zum Merken

Δηλώνω μαθήτρια μια ζωή.

Dilóno mathítria mia zoí.

Ich erkläre mich zur Schülerin fürs Leben.

Μάρθα Καραγιάννη, απόφθεγμα στη σελίδα καλλιτέχνη της Φίνος Φιλμ (finosfilm.com)
C2

Über Martha Karagianni auf Griechisch lesen (C2)

Wörter aus dem Text

  • Durchbruch, Anerkennung
  • Spontaneität
  • Direktheit
  • Bitte, Anliegen
  • ich formuliere
  • ich unterbreche
  • entwaffnend
  • untrennbar, wesentlich

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