Leben
Kanagini wurde 1933 in Alexandroupoli im griechischen Thrakien geboren. Anfang der 1950er-Jahre studierte sie an der École Cantonale de Dessin et d’Art Appliqué in Lausanne; die Nationalgalerie und das Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst (EMST) nennen leicht unterschiedliche Anfangsjahre. Von 1954 bis 1958 studierte sie an der Athener Hochschule der Bildenden Künste, wo der Maler Yannis Moralis und der Grafiker Yannis Kefallinos ihre Lehrer waren. Mit einem Stipendium der Nationalen Hellenischen Forschungsstiftung setzte sie ihr Studium von 1958 bis 1961 an der Central School of Arts and Design in London fort.
Ihre erste Einzelausstellung fand 1962 in der Galerie La Feluca in Rom statt, und im selben Jahr ließ sie sich endgültig in Athen nieder. Sie unterrichtete auch viele Jahre: an der Vakalo-Schule (1963–1967), am Zentrum für technologische Anwendungen (1970–1971) und als Fachlehrerin an der Athener Hochschule der Bildenden Künste (1984–1986). Sie schrieb Artikel für Zeitungen, Zeitschriften und Ausstellungskataloge.
In den 1990er-Jahren schuf sie performative Arbeiten und Installationen mit der Kritikerin Eleni Varopoulou. Sie wurden 1996 beim Festival Argos–Mykene und 2002–2004 an der Sommerakademie des Griechischen Nationaltheaters gezeigt. Kanagini starb 2008 in Athen. Im selben Jahr veröffentlichte die Zeitschrift Εξώπολις (Exopolis) einen Nachruf, der sie eine berühmte Künstlerin aus Alexandroupoli nannte.
Werk
Kanaginis frühe Arbeiten waren stark abstrakt und von modernistischen Ideen geprägt, darunter denen des Bauhauses; die Nationalgalerie verweist außerdem auf einen expressionistischen Stil mit intensiver Farbe. Anfang der 1960er-Jahre führte ihr Interesse an Kleidung und Stoff sie zur Tapisserie. Eine Reihe von Zeichnungen mit Tinte und Filzstift aus den Jahren 1966–1967, heute im MOMus in Thessaloniki, zeigt den Einfluss des Webens durch Rhythmus, Wiederholung und Geste. 1971 wurden ihre großen Tapisserien auf der 5. Internationalen Tapisserie-Biennale in Lausanne gezeigt. Später verband sie Tapisserie, Druckgrafik und traditionelle Techniken zu Raumkonstruktionen, die die Zerstörung der Natur kritisierten und die traditionelle Rolle der Frau infrage stellten.
Εν οίκω (Zu Hause, 1975), eine Arbeit in Mischtechnik in der Sammlung des EMST, wurde von Kritikern als Wäscheständer gedeutet, der mit feministischer Kunst mit Haushaltsgegenständen im Dialog steht. Ab Mitte der 1970er-Jahre malte sie die Χειρόγραφα (Manuskripte): Öl auf Leinwand oder präpariertem Holz und Mischtechnik auf Papier und Stoff, mit Spalten einer unleserlichen persönlichen Schrift. Sie nannte solche Arbeiten „visuelle Texte“ und dachte sich den Betrachter als „möglichen Leser“. Die Nationalgalerie besitzt Εφημερίδα (Zeitung, 1975), eine Bleistiftzeichnung auf Papier von 200 × 140 cm, und Χειρόγραφο (Manuskript, 1978–1979), Öl auf Holz, 232 × 160 × 10 cm. Zu ihren Ausstellungen gehörten die Biennale von Alexandria (1980), Europalia in Brüssel (1982) und Gender: Female im Haus Zyperns in Athen (1993).
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Werke Kanaginis befinden sich in der Nationalgalerie in Athen, im EMST und im MOMus in Thessaloniki. 2010 zeigte das Staatliche Museum für zeitgenössische Kunst in Thessaloniki die posthume Retrospektive Domestic Scene. 2023 präsentierte die Roma Gallery in Athen ihre Manuskripte unter dem Titel η υλικότητα της γραφής (die Materialität der Schrift). Die EMST-Retrospektive An Ode to Things, kuratiert von Tina Pandi, läuft vom 2. April 2026 bis zum 14. Februar 2027. Probieren Sie es aus: Öffnen Sie die Onlineseite der Nationalgalerie zu Χειρόγραφο und lesen Sie das Werkschild, Λάδι σε ξύλο (Öl auf Holz). Sehen Sie sich dann das Bild an und prüfen Sie drei unserer eigenen Sätze: Βλέπω σημάδια σαν γράμματα (Ich sehe Zeichen wie Buchstaben), Δεν μπορώ να διαβάσω ούτε μία λέξη (Ich kann kein einziges Wort lesen) und Το έργο μοιάζει με μεγάλη σελίδα (Das Werk sieht aus wie eine große Seite). Behalten Sie die passenden und korrigieren Sie die anderen.
Wussten Sie schon?
- Kanagini studierte Kunst in drei Ländern: in der Schweiz, in Griechenland und im Vereinigten Königreich.
- 1971 kehrten ihre Tapisserien für die Internationale Tapisserie-Biennale nach Lausanne zurück, in die Stadt ihres ersten Studiums.
- Der Titel der EMST-Retrospektive von 2026 stammt aus einem Gedicht von Pablo Neruda, das in ihren Papieren gefunden wurde.
- Ihr Gemälde Χειρόγραφο misst 232 × 160 cm und ist auf Holz gemalt, nicht auf Leinwand.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Σχέδιο | Zeichnung — Tinte und Filzstifte auf Papier, MOMus | 1966 |
| Εν οίκω | Zu Hause — Mischtechnik, EMST | 1975 |
| Εφημερίδα | Zeitung — Bleistift auf Papier, Nationalgalerie | 1975 |
| Χειρόγραφο | Manuskript — Öl auf Holz, Nationalgalerie | 1978–1979 |
Ein Satz zum Merken
Το έργο της Καναγκίνη είναι μια απλώστρα, που συντονίζεται με έργα των φεμινιστριών
To érgo tis Kanagkíni íne mia aplóstra, pou syntonízete me érga ton feministrión
Kanaginis Werk ist ein Wäscheständer, abgestimmt auf Werke feministischer Künstlerinnen.


























































