Leben
Anna Tabaki (auch Tampaki geschrieben) wurde in Piräus geboren. Sie besuchte die griechisch-französische Schule Jeanne d’Arc und schloss an der Philosophischen Fakultät in Athen ein Studium der griechischen und französischen Philologie ab. Ein Stipendium der französischen Regierung führte sie zu einem Aufbaustudium nach Clermont-Ferrand und an die Sorbonne, wo sie am Neugriechischen Institut Schülerin des Literaturhistorikers K. Th. Dimaras war. Sie war außerdem Stipendiatin der Alexander-S.-Onassis-Stiftung und promovierte an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris. Ihre Dissertation über das neugriechische Theater, in der Bibliografie der Universität auf 1995 datiert, erschien 2001 als französisches Buch Le théâtre néohellénique.
Von 1980 bis 2000 war sie Forscherin am Zentrum für Neugriechische Forschung der Nationalen Hellenischen Forschungsstiftung, und von 1997 bis 2012 leitete sie wissenschaftlich das Forschungsprojekt Νεοελληνικές Μεταφράσεις (Neugriechische Übersetzungen). Von 1995 bis 2000 lehrte sie Geschichte des neugriechischen Theaters an der Universität Patras. 1999 wählte sie das Institut für Theaterwissenschaft der Universität Athen zur außerordentlichen Professorin, 2004 zur Professorin. Dort lehrte sie Geschichte des neugriechischen Theaters, europäische Dramatik und im Masterstudium Theaterübersetzung in Theorie und Praxis. Von 2009 bis 2014 leitete sie das Masterprogramm des Instituts, von 2015 bis 2017 war sie seine Vorsitzende. Heute ist sie emeritierte Professorin.
Werk

Tabakis Forschung verbindet Vergleichende Literaturwissenschaft, Ideengeschichte und Übersetzungsforschung. Ihr erstes Buch, Ο Μολιέρος στη φαναριώτικη παιδεία (Molière in der phanariotischen Bildung, 1988), untersucht drei handschriftliche Molière-Übersetzungen aus phanariotischen Kreisen. Η νεοελληνική δραματουργία και οι δυτικές της επιδράσεις (Die neugriechische Dramatik und ihre westlichen Einflüsse, 1993) und Το νεοελληνικό θέατρο (18ος–19ος αι.) (Das neugriechische Theater, 18.–19. Jahrhundert, 2005) verfolgen, wie Stücke, Ideen und Bühnenmodelle zwischen Westeuropa und dem griechischen Publikum wanderten.
Περί νεοελληνικού Διαφωτισμού (Über die neugriechische Aufklärung, 2004) versammelt ihre Studien zu dieser Bewegung; eine rumänische Übersetzung erschien 2015 in Bukarest. Sie verfasste die Artikel zur neugriechischen Aufklärung für die Encyclopedia of Greece and the Hellenic Tradition (2000) und für die Oxforder Encyclopedia of the Enlightenment (2003). Ihre spätere Arbeit reicht bis ins 20. Jahrhundert, mit Schwerpunkt auf Rezeption und Theaterübersetzung; 2020 gab sie einen Band über den Regisseur und Schauspieler Lefteris Vogiatzis heraus. Mit Kolleginnen verfasste sie außerdem frei zugängliche Universitätslehrbücher für das Programm Kallipos: eines über das europäische Theater von der Renaissance bis zum 18. Jahrhundert (2015) und Ιστορία και δραματολογία του νεοελληνικού θεάτρου, 16ος–20ός αιώνας (Geschichte und Dramaturgie des neugriechischen Theaters, 16.–20. Jahrhundert, 2023), das sie koordinierte. In all diesen Büchern erscheint Übersetzung als schöpferischer Akt, durch den neue Ideen und neue Bühnenmodelle griechische Leser erreichten.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Tabakis Forschung gibt Studierenden des griechischen Theaters eine Landkarte dafür, wie europäische Stücke durch Übersetzung ins Griechische gelangten, und ihr Kallipos-Lehrbuch von 2023 macht diese Geschichte frei auf Neugriechisch zugänglich. Sie hat rund achtzig Vorträge und Seminare gehalten, darunter im April 2025 einen Online-Vortrag über das Theater der europäischen Aufklärung an der Universität Kreta. Probieren Sie eine Aufgabe zum vollständigen Titel ihres ersten Buches, Ο Μολιέρος στη φαναριώτικη παιδεία. Τρεις χειρόγραφες μεταφράσεις (Molière in der phanariotischen Bildung: Drei handschriftliche Übersetzungen). Molière ist der συγγραφέας (Autor); wer seine Stücke ins Griechische übertrug, sind μεταφραστές (Übersetzer); ein σκηνοθέτης (Regisseur) bringt ein Stück auf die Bühne. Öffnen Sie dann ein beliebiges griechisches Theaterprogramm und schreiben Sie drei eigene Sätze, zum Beispiel: Το έργο το έγραψε ο Μολιέρος. Τη μετάφραση την έκανε… Τη σκηνοθεσία την υπογράφει… (Molière hat das Stück geschrieben. Die Übersetzung stammt von… Regie führt…).
Wussten Sie schon?
- Sie ist Mitglied der Société Voltaire, einer gelehrten Gesellschaft, die sich Voltaire widmet.
- Sie ist Gründungsmitglied des Seminars für Vergleichende Literaturwissenschaft und Ideengeschichte, das im Jahr 2000 entstand.
- Sie hat an rund 130 internationalen Kongressen teilgenommen.
- Neben Fachzeitschriften schrieb sie für griechische Zeitungen wie Το Βήμα und Η Καθημερινή.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Ο Μολιέρος στη φαναριώτικη παιδεία. Τρεις χειρόγραφες μεταφράσεις | Molière in der phanariotischen Bildung: Drei handschriftliche Übersetzungen | 1988 |
| Η νεοελληνική δραματουργία και οι δυτικές της επιδράσεις (18ος–19ος αι.) | Die neugriechische Dramatik und ihre westlichen Einflüsse (18.–19. Jh.) | 1993 |
| Le théâtre néohellénique. Genèse et formation | Das neugriechische Theater: Entstehung und Herausbildung (auf Französisch) | 2001 |
| Περί νεοελληνικού Διαφωτισμού | Über die neugriechische Aufklärung | 2004 |
| Το νεοελληνικό θέατρο (18ος–19ος αι.). Ερμηνευτικές προσεγγίσεις | Das neugriechische Theater (18.–19. Jh.): Interpretatorische Ansätze | 2005 |
| Ιστορία και δραματολογία του νεοελληνικού θεάτρου, 16ος–20ός αιώνας | Geschichte und Dramaturgie des neugriechischen Theaters, 16.–20. Jahrhundert (Koordinatorin, Mitautorin) | 2023 |
Ein Satz zum Merken
Η μετάφραση συντάσσεται επομένως με τη μάχη της πολιτισμικής ανανέωσης.
I metáfrasi syntássetai epoménos me ti máchi tis politismikís ananéosis.
Die Übersetzung reiht sich also in den Kampf um kulturelle Erneuerung ein.











































