Leben
Katerina Gogou wurde am 1. Juni 1940 in Athen geboren. Schon mit fünf Jahren stand sie auf der Bühne, ein „Wunderkind“ in Kindervorstellungen, und studierte Schauspiel bei Takis Mouzenidis und Tanz an der Schule von Koula Pratsika. 1952 gab sie ihr Filmdebüt in Ο άλλος (Der Andere), und in den 1960er-Jahren spielte sie lebhafte Nebenrollen in den Komödien der Finos Film, darunter Το ξύλο βγήκε από τον παράδεισο (Der Rohrstock kam aus dem Paradies, 1959) und Δράκουλας και Σία (Dracula und Co., 1960). Viele Griechen kennen ihr Gesicht aus diesen Filmen noch heute, ohne ihren Namen zu kennen.
Nach dem Ende der Diktatur 1974 kehrte sie dem kommerziellen Kino den Rücken und näherte sich der außerparlamentarischen Linken und dem anarchistischen Milieu an. Sie spielte im neuen, ernsten griechischen Kino: in Το βαρύ πεπόνι (Die schwere Melone, 1977) unter der Regie von Pavlos Tasios, ihrem damaligen Ehemann, wofür sie beim Filmfestival Thessaloniki den Preis als beste Darstellerin erhielt; in Nikos Koundouros’ 1922 (1978); in Παραγγελιά! (1980) und in Όστρια (1984). Sie hatte eine Tochter, Myrto, an die sie Gedichte richtete. Ab 1978 veröffentlichte sie Lyrik und las sie öffentlich vor, mit heiserer, unvergesslicher Stimme. Ihre letzten Jahre waren schwer, gezeichnet von Sucht und Krankheit. Sie starb am 3. Oktober 1993 in Exarchia, mit dreiundfünfzig Jahren.
Werk

Τρία κλικ αριστερά (Drei Klicks links, 1978) war ein Schock. Elegant war daran nichts: Es waren kurze, wütende, prosanahe Gedichte in der Sprache der Straße, mit Slang und Flüchen, über Armut, Gefängnisse, Drogen, Polizeigewalt, Frauenkörper und die Einsamkeit der Großstadt. Das Buch wurde viel gelesen und vom amerikanischen Dichter Jack Hirschman ins Englische übersetzt, als Three Clicks Left 1983 in den Vereinigten Staaten erschienen.
Es folgten Ιδιώνυμο (1980), dessen Titel an das berüchtigte Gesetz von 1929 gegen „umstürzlerische“ Ideen erinnert, Το ξύλινο παλτό (Der hölzerne Mantel, 1982), ein Bild für den Sarg, Απόντες (Die Abwesenden, 1986), Ο μήνας των παγωμένων σταφυλιών (Der Monat der gefrorenen Trauben, 1988) und Νόστος (Nostos, 1990); Με λένε Οδύσσεια (Ich heiße Odyssee) erschien postum 2002. Ihr Athen ist nicht die Stadt der Akropolis, sondern die der Viertel, der billigen Wohnungen, der Bereitschaftspolizei und der Nacht. Die Kritik behandelte sie lange als Randfigur; heute gilt sie als eine der originellsten Stimmen der Lyrik der 1970er- und 1980er-Jahre, als Zeugin der Generation nach dem Aufstand am Polytechnikum.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Gogou ist eine Kultdichterin. Ihre Bücher werden ständig neu aufgelegt, ihre Verse stehen an den Wänden von Exarchia und werden auf Transparenten bei Demonstrationen zitiert, und ihre Gedichte wurden vertont und in Filmen verwendet, was sie neuen Generationen nahegebracht hat. Ihre alten Finos-Komödien laufen noch immer im griechischen Fernsehen, sodass viele Zuschauer der Schauspielerin vor der Dichterin begegnen. Für Lernende ist ein kurzes Gedicht aus Τρία κλικ αριστερά, gelesen bei einem Spaziergang durch die Straßen von Exarchia, eine Lektion in einem Griechisch, das kein Lehrbuch lehrt.
Wussten Sie schon?
- Sie stand als fünfjähriges Kind auf der Bühne und spielte ab zwölf Jahren in Filmen.
- Τρία κλικ αριστερά wurde von Jack Hirschman ins Englische übersetzt und 1983 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.
- Ihre Sammlung Ιδιώνυμο trägt den Namen des Gesetzes von 1929, mit dem Kommunisten und Dissidenten verfolgt wurden.
- Für Το βαρύ πεπόνι (1977) erhielt sie beim Filmfestival Thessaloniki den Preis als beste Darstellerin, ein Jahr vor ihrem ersten Gedichtband.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Το ξύλο βγήκε από τον παράδεισο (ως ηθοποιός) | Der Rohrstock kam aus dem Paradies (Film, als Schauspielerin) | 1959 |
| Το βαρύ πεπόνι (ως ηθοποιός) | Die schwere Melone (Film, als Schauspielerin) | 1977 |
| Τρία κλικ αριστερά | Drei Klicks links (Gedichte) | 1978 |
| Ιδιώνυμο | Idionymo (Gedichte) | 1980 |
| Το ξύλινο παλτό | Der hölzerne Mantel (Gedichte) | 1982 |
| Απόντες | Die Abwesenden (Gedichte) | 1986 |
Ein Satz zum Merken
Το σπίτι μου όπως και το δικό σας / μπαίνει στα σπίτια των άλλων ανθρώπων
To spiti mou opos kai to diko sas / bainei sta spitia ton allon anthropon
Mein Haus, genau wie eures, / geht in die Häuser anderer Menschen hinein























