Leben
Plotin lebte ungefähr 204/205–270. Wichtigste Lebensquelle ist Porphyrios, Schüler in Rom, später Biograf und Herausgeber. Ihm zufolge vermied Plotin Angaben zur Herkunft; ein genauer Geburtsort ist daher keine sichere Tatsache. Deutlicher ist die Laufbahn zwischen griechischen Geisteszentren im Römischen Reich.
In Alexandria lernte er bei Ammonios Sakkas. Nach GordianIII.s gescheitertem Ostfeldzug ließ er sich 244 in Rom nieder und lehrte lange. Der Kreis diskutierte Fragen und ältere Autoren, besonders Platon. Schreiben erwuchs aus Lehre, nicht aus einem heutigen Hochschulplan. Porphyrios erklärt auch die Editionsgeschichte: Einzelne Diskussionen wurden zu einem geordneten Korpus. Plotin starb 270 in Kampanien. Eigene Argumente sind vom bewundernden Schülerbild zu unterscheiden: Dieses wertvolle Zeugnis wählt Episoden aus und gestaltet philosophisch, protokolliert aber nicht jedes Gespräch.
Werk

Plotin verstand sich als Platonausleger; „Neuplatonismus“ ist eine spätere Fachbezeichnung. Das Eine, Intellekt und Seele sind keine drei nebeneinanderliegenden Gegenstände, sondern Prinzipien für Einheit, Denken und Weltleben. Das Argument führt vom Sichtbaren zu Bedingungen des Verstehens.
Περὶ τοῦ καλοῦ (Über das Schöne) fragt nach körperlicher Proportion, geht zu Handlung und Charakter über und fordert Selbstprüfung wie beim bildhauerischen Gestalten. Περὶ εἱμαρμένης (Über das Schicksal) behandelt Ursachen und Verantwortung, Περὶ ἀρετῶν (Über die Tugenden) Formen der Vortrefflichkeit. Περὶ τοῦ πρώτου ἀγαθοῦ καὶ τῶν ἄλλων ἀγαθῶν (Über das erste Gute und andere Güter) ist die letzte Schrift. Porphyrios ordnete 54 Abhandlungen in sechs Neunergruppen; Editions- und Entstehungsfolge unterscheiden sich. Die Tabelle folgt seiner Chronologie: drei Schriften vor 263, zuletzt die letzte Lebensphase, ohne erfundene Einzeldaten.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Vergleichen Sie Zitat und heutige Fassung: σαυτόν und εαυτό. Markieren Sie in Über das Schöne Seh-Verben und trennen Sie körperliches Sehen vom Verstehen. Schreiben Sie je zwei griechische Sätze über einen schönen Gegenstand und eine bewundernswerte Handlung. So verfolgen Sie das Argument ohne Schlagwort. Eine griechische Ausgabe mit Übersetzung hilft bei ψυχή und νους. Enneadennummern bezeichnen die Edition, nicht zwingend die Entstehung.
Wussten Sie schon?
- Porphyrios war Schüler und Herausgeber.
- Die Enneaden umfassen sechs Neunergruppen.
- Ihre Editionsfolge ist nicht chronologisch.
- Der Schönheitstext verwendet das Bild des Bildhauers.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Περὶ τοῦ καλοῦ | Über das Schöne | before 263; no. 1 |
| Περὶ εἱμαρμένης | Über das Schicksal | before 263; no. 3 |
| Περὶ ἀρετῶν | Über die Tugenden | before 263; no. 19 |
| Περὶ τοῦ πρώτου ἀγαθοῦ καὶ τῶν ἄλλων ἀγαθῶν | Über das erste Gute und andere Güter | 269–270; no. 54 |
Ein Satz zum Merken
ἄναγε ἐπὶ σαυτὸν καὶ ἰδέ
Im heutigen GriechischΣτρέψου ξανά προς τον εαυτό σου και κοίτα.
anage epi sauton kai ide
Wende dich zu dir selbst zurück und sieh.
























