Leben
Betty Arvaniti wurde im August 1939 geboren und wuchs in Exarchia im Zentrum Athens auf. Als Mädchen war sie Leistungsschwimmerin und griechische Jugendmeisterin. In der Spielzeit 1958–59 sah sie eine Inszenierung von Karolos Koun auf der Kellerbühne des Kunsttheaters (Theatro Technis); später sagte sie, dieses Erlebnis habe ihr geholfen, sich der Schauspielerei zuzuwenden. Sie lernte an drei Schauspielschulen: zuerst bei Koun, dann ein Jahr bei Vachliotis und schließlich bei Katselis, wo sie ihren Abschluss machte. Ihr Sohn, der Schriftsteller Alexis Stamatis, kam in ihrem ersten Jahr an Kouns Schule zur Welt.
Das griechische Publikum lernte sie durch das kommerzielle Kino der 1960er- und frühen 1970er-Jahre kennen, auch durch Filme der Produktionsfirma Finos Film. 1967 spielte sie die Rita in Κάτι κουρασμένα παλικάρια (Ein paar müde Burschen) unter der Regie von Dinos Dimopoulos, an der Seite von Lambros Konstantaras. 1987 zog sie sich vom Film zurück. Zusammen mit Vasilis Poulantzas, Bauingenieur, Übersetzer und Theaterproduzent, gründete sie die Truppe Praxi und richtete sie in einem ehemaligen Zigarettenlager in der Kefallinias-Straße 16 in Kypseli ein, das andere Regisseure bereits als Theater genutzt hatten. Den Regisseur Minos Volanakis hat sie als großen Einfluss auf ihre Laufbahn bezeichnet. Im Jahr 2000 verlieh ihr das Theatermuseum seinen Preis für die beste Hauptdarstellerin.
Werk

Das Theater in der Kefallinias-Straße wurde 1987 mit Fassbinders Τα πικρά δάκρυα της Πέτρα φον Καντ (Die bitteren Tränen der Petra von Kant) eröffnet, inszeniert von Roula Pateraki. Arvaniti hat gesagt, sie hätte das Theater nie allein gründen können, und es sei für sie damals ein großes Wagnis gewesen. Seine zwei Bühnen wurden zur Heimat des Repertoiretheaters: Ibsen, Pirandello, Strindberg, Tschechow, Pinter, Albee, Dürrenmatt und Genet. Stathis Livathinos inszenierte sechs Spielzeiten hintereinander auf der Hauptbühne. Laut To Vima brachte ihr ihre Darstellung in Thomas Bernhards Πριν την αποχώρηση (Vor dem Ruhestand) den Marika-Kotopouli-Preis ein.
In ihrer späteren Arbeit stehen anspruchsvolle ältere Frauen und schwierige Innenwelten im Vordergrund. 2014 inszenierte Dimitris Mavrikios in ihrem Theater Tennessee Williams' Ξαφνικά πέρσι το καλοκαίρι (Plötzlich letzten Sommer). 2015 spielte sie Η Τσερλίνε και το σπίτι των κυνηγών (Zerline und das Jägerhaus), ein Kapitel aus Hermann Brochs Roman Die Schuldlosen, bearbeitet von Stratis Paschalis und inszeniert von Giannis Kalavrianos. Zum dreißigjährigen Bestehen des Theaters 2016 schlug sie Pateraki eine neue Zusammenarbeit vor; diese schrieb und inszenierte Τρωάδες σήμερα (Troerinnen heute) nach Euripides. 2018–19 spielte sie die Amanda in Williams' Γυάλινος κόσμος (Die Glasmenagerie), ihre erste Produktion mit Dimitris Karantzas. 2019 spielte sie am Nationaltheater die Agapi in Μελίσσια (Melissia), einem Stück ihres Sohnes in der Regie von Giorgos Paloumpis: ihre erste gemeinsame Arbeit.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Seit fast vier Jahrzehnten hält ein kleines Theater in Kypseli europäische und amerikanische Klassiker im Athener Repertoire, und viele jüngere Regisseure haben dort mit ihr gearbeitet. Ihre Interviews in griechischen Zeitungen sind gutes C1-Material, weil sie ihre Entscheidungen klar erklärt. Lesen Sie ihr Interview mit Myrto Loverdou in To Vima von 2016 und markieren Sie die Verben, die ihre Meinungen einleiten. Öffnen Sie dann das Archivfoto des Nationaltheaters von Melissia (2019) mit Agapi und Kyriakos und beschreiben Sie auf Griechisch, was die beiden Figuren tun, wie es ein Kritiker täte: Η Αγάπη στρέφει το βλέμμα της αλλού, ενώ ο Κυριάκος… (Agapi blickt weg, während Kyriakos…). Geben Sie zum Schluss eine ihrer Ansichten in indirekter Rede wieder und nennen Sie die Quelle.
Wussten Sie schon?
- Bevor sie Schauspielerin wurde, war sie griechische Jugendmeisterin im Schwimmen.
- Sie besuchte drei verschiedene Schauspielschulen, bevor sie ihren Abschluss machte.
- Ihr Theater in Kypseli befindet sich in einem ehemaligen Zigarettenlager.
- Ihr Sohn Alexis Stamatis schrieb Melissia, in dem sie 2019 am Nationaltheater die Agapi spielte.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Κάτι κουρασμένα παλικάρια | Ein paar müde Burschen — Film, als Rita | 1967 |
| Τα πικρά δάκρυα της Πέτρα φον Καντ | Die bitteren Tränen der Petra von Kant — erste Produktion des Theaters in der Kefallinias-Straße | 1987 |
| Ξαφνικά πέρσι το καλοκαίρι | Plötzlich letzten Sommer — Tennessee Williams | 2014 |
| Η Τσερλίνε και το σπίτι των κυνηγών | Zerline und das Jägerhaus — nach Hermann Broch | 2015 |
| Γυάλινος κόσμος | Die Glasmenagerie — als Amanda | 2018 |
| Μελίσσια | Melissia — Nationaltheater, als Agapi | 2019 |
Ein Satz zum Merken
Αν δεν εκτεθείς, τίποτα δεν γίνεται.
An den ektethís, típota den yínetai.
Wenn du dich nicht aussetzt, geschieht nichts.











































