Leben
Maria Anna Sofia Cecilia Kalogeropoulou wurde am 2. Dezember 1923 in New York als Tochter eines griechischen Apothekers aus der Peloponnes geboren. 1937 nahm ihre Mutter die beiden Töchter mit zurück nach Athen, und die pummelige, kurzsichtige Jugendliche trat in das Nationalkonservatorium und dann in das Athener Konservatorium ein, wo die spanische Sopranistin Elvira de Hidalgo sie in jener Belcanto-Technik ausbildete, die zu ihrem Markenzeichen wurde. Ihr professionelles Debüt gab sie 1941 an der Griechischen Nationaloper, während der deutschen Besatzung, und 1942, noch vor ihrem neunzehnten Geburtstag, sang sie in Athen ihre erste Tosca.
1945 kehrte sie nach Amerika zurück, fand keine Arbeit und wurde 1947 für La Gioconda in der Arena di Verona engagiert, wo sie den Dirigenten Tullio Serafin und den Industriellen Giovanni Battista Meneghini kennenlernte, den sie 1949 heiratete. Die 1950er Jahre waren ihr großes Jahrzehnt: die Scala ab 1950, Covent Garden 1952, die Metropolitan Opera 1956, Produktionen mit Luchino Visconti und Franco Zeffirelli und eine berühmte Gewichtsabnahme von rund dreißig Kilo, die sie in die elegante Erscheinung der Fotografien verwandelte.
1959 verließ sie Meneghini für den Reeder Aristoteles Onassis, und die Affäre, gefolgt von dessen Heirat mit Jacqueline Kennedy 1968, füllte ein Jahrzehnt lang die Zeitungen. Ihre Stimme ließ früh nach; ihr letzter Opernauftritt war Tosca in Covent Garden 1965. 1971–72 gab sie Meisterkurse an der Juilliard School, unternahm 1973–74 eine letzte Konzerttournee und starb am 16. September 1977 allein in ihrer Pariser Wohnung, im Alter von 53 Jahren. 1979 wurde ihre Asche in der Ägäis verstreut.
Werk

Callas hatte nicht die schönste Stimme ihrer Zeit, und sie wusste es. Was sie hatte, war ein riesiger Stimmumfang, eine Technik, die es ihr erlaubte, Wagners Brünnhilde und Bellinis Elvira in derselben Woche zu singen, wie sie es 1949 in Venedig tat, und vor allem die Gabe, mit der Stimme zu spielen, sodass jede Phrase etwas bedeutete. Sie erweckte die vergessenen Opern des frühen neunzehnten Jahrhunderts von Bellini, Donizetti und Cherubini wieder zum Leben und zeigte, dass sie Dramen waren und nicht bloß Schaustücke stimmlicher Feuerwerke.
Ihre Paraderolle war Bellinis Νόρμα (Norma), die zwischen Pflicht und Liebe zerrissene Druidenpriesterin, die sie rund neunzigmal sang; ihre Tosca, 1953 unter Victor de Sabata aufgenommen, ist bis heute die Referenzaufnahme der Oper; ihre Violetta in Viscontis La Traviata an der Scala 1955 und ihre Λουτσία ντι Λάμερμουρ (Lucia di Lammermoor) machten die Wahnsinnsszene zu einer Studie der Trauer statt zu einer Gesangsübung. Für die Griechen sind die großen Momente die beiden Sommer, in denen sie mit der Griechischen Nationaloper im antiken Theater von Epidauros sang, Norma 1960 und Cherubinis Μήδεια (Medea) 1961, die Rolle der griechischen Zauberin, die sie sich ganz zu eigen machte. 1969 spielte sie Medea noch einmal, ohne zu singen, in Pier Paolo Pasolinis Film Medea, ihrer einzigen Kinorolle. Ihre Aufnahmen für EMI, größtenteils in den 1950er Jahren in Mailand entstanden, bleiben der Kern ihres Vermächtnisses.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Athen hat sie zurückgeholt. 2023 eröffnete die Stadt das Maria-Callas-Museum in der Mitropoleos-Straße, mit ihren Kleidern, Briefen, Aufnahmen und dem Klavier aus ihrer Pariser Wohnung, und das städtische Olympia-Theater in der Akadimias-Straße, in dem sie als junge Frau sang, trägt heute ihren Namen. Besuchern zeigt man die Unterrichtsräume des Konservatoriums, in denen de Hidalgo sie unterrichtete, und das Theater von Epidauros wirbt noch immer mit seinen Callas-Sommern. Ihr Geburtstag, der 2. Dezember, bringt Konzerte und Ehrungen, und ihr Name wird in ganz Griechenland Straßen und Musikschulen gegeben. Für Lernende ist der erste Schritt einfach: ihre «Casta diva» aus Norma oder ihre Tosca von 1953 anhören, dann den Pasolini-Film ansehen, in dem eine griechische Medea durch die Landschaft Kappadokiens geht, ohne eine einzige Note zu singen.
Wussten Sie schon?
- Im Januar 1949 sang sie in Venedig die Brünnhilde in Wagners Die Walküre und wenige Tage später die Elvira in Bellinis I Puritani, zwei Rollen, die kaum eine Sopranistin in derselben Laufbahn wagt.
- Sie war extrem kurzsichtig und konnte den Dirigenten kaum sehen, deshalb lernte sie jede Partitur auswendig.
- Ihre einzige Filmrolle, Pasolinis Medea (1969), enthält überhaupt keinen Gesang.
- Ihre Asche wurde 1979 in der Ägäis verstreut, zwei Jahre nach ihrem Tod in Paris.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Τόσκα (Αθήνα) | Tosca, erste Aufführungen in Athen | 1942 |
| Νόρμα | Norma (Bellini), ihre Paraderolle | 1948 |
| Λουτσία ντι Λάμερμουρ | Lucia di Lammermoor (Donizetti) | 1952 |
| Τραβιάτα (Σκάλα του Μιλάνου, Βισκόντι) | La Traviata an der Scala, Regie Visconti | 1955 |
| Μήδεια στην Επίδαυρο | Medea (Cherubini) in Epidauros | 1961 |
| Μήδεια (ταινία του Παζολίνι) | Medea, Film von Pasolini | 1969 |
Aus dem Werk




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Ein Satz zum Merken
Υπάρχουν δύο άνθρωποι μέσα μου. Θα ήθελα να είμαι η Μαρία, αλλά υπάρχει και η Κάλλας, που πρέπει να τη σηκώσω στους ώμους μου.
Yparchoun dyo anthropoi mesa mou. Tha ithela na eimai i Maria, alla yparchei kai i Kallas, pou prepei na ti sikoso stous omous mou.
Es gibt zwei Menschen in mir. Ich möchte Maria sein, aber da ist auch die Callas, der ich gerecht werden muss.













