Leben
Horn wurde 1921 in Athen in eine Theaterfamilie geboren: Sein Vater, Pantelis Horn, war ein bekannter Dramatiker des frühen 20. Jahrhunderts, dessen Stücke über das Athener Leben von den führenden Truppen der Zeit gespielt wurden. Der Junge wuchs unter Schauspielern und Schriftstellern auf und lernte an der Schauspielschule des Nationaltheaters (1937–1940). Um 1939 stand er zum ersten Mal auf der Bühne und spielte durch die harten Jahre des Krieges und der deutschen Besatzung, als die Theater Athens offen blieben und zu den wenigen Orten gehörten, an denen man für einen Abend den Hunger vergessen konnte.
Nach dem Krieg wurde er schnell zum Hauptdarsteller. Groß, schlank und stets gut gekleidet, mit einer warmen, leicht ironischen Stimme, war er das Gegenteil der lauten Komiker, die das Volkstheater beherrschten, und das Publikum sah in ihm einen modernen Gentleman europäischer Art. In den 1950er-Jahren arbeitete er eng mit Elli Lambeti zusammen, der meistbewunderten griechischen Schauspielerin ihrer Generation; gemeinsam gründeten sie eine Theatertruppe und spielten in Stücken und Filmen, die bis heute als goldener Moment der griechischen Schauspielkunst gelten.
Er stand sein Leben lang auf der Bühne, in griechischen und ausländischen Stücken, oft an der Spitze seiner eigenen Truppe. Er drehte weniger Filme als viele seiner Kollegen, weil er das Theater vorzog, doch jede seiner Filmrollen wurde bekannt. Er starb am 16. Januar 1998 in Athen nach mehreren Jahren Krankheit.
Werk

Horns Ruhm im Kino beruht auf einer kleinen Gruppe von Filmen aus den 1950er-Jahren, dem goldenen Zeitalter des griechischen Films. In Η κάλπικη λίρα (Die falsche Goldmünze, 1955) unter der Regie von Giorgos Tzavellas wandert ein falscher Goldsovereign durch vier Geschichten von Hand zu Hand; in der letzten spielt Horn Pavlos, einen armen Maler, und Elli Lambeti seine Frau Alice. In Το κορίτσι με τα μαύρα (Das Mädchen in Schwarz, 1956) unter der Regie von Michael Cacoyannis (Michalis Kakogiannis), gedreht auf der Insel Hydra, spielt er Pavlos, einen Schriftsteller aus Athen, der sich in eine junge Inselbewohnerin verliebt, gespielt von Lambeti; der Film lief 1956 im Wettbewerb von Cannes.
In Μια ζωή την έχουμε (Wir haben nur ein Leben, 1958), wieder von Tzavellas, ist er ein schüchterner Bankangestellter, der aus Liebe zu einer Frau Geld ausgibt, das ihm nicht gehört, und Μια του κλέφτη... (1960) brachte ihm den Preis als bester Darsteller beim Filmfestival Thessaloniki. In allen ist sein Stil derselbe: natürlich, zurückhaltend, nie laut, mit perfekter Diktion. In einer Zeit, in der griechisches Schauspiel oft theatralisch und übertrieben war, wirkte diese Zurückhaltung neu.
Das Theater aber war seine eigentliche Heimat. Mehr als ein halbes Jahrhundert lang spielte er Komödie und Drama, griechische und ausländische Autoren, oft als Leiter seiner eigenen Truppe. Junge Schauspieler gingen zu seinen Vorstellungen, um zu lernen, wie man einen Satz klar und einfach spricht, und viele sagten später, seine Darstellungen hätten ihnen gezeigt, was Eleganz auf der Bühne bedeutet.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Am einfachsten lernt man Horn durch seine Filme kennen, die griechische Fernsehsender noch immer zeigen, besonders an Feiertagen, und die es mit Untertiteln gibt. Το κορίτσι με τα μαύρα ist der beste Einstieg: ein kurzer, schöner Film mit der Insel Hydra in Schwarzweiß und Horn und Lambeti in Bestform. Μια ζωή την έχουμε gab seinen Titel einem Satz, den jeder Grieche noch heute sagt, wenn er beschließt, den Augenblick zu genießen. An griechischen Schauspielschulen ist Horn bis heute das Vorbild guter Diktion und eines ruhigen, modernen Spielstils, und Bücher und Fernsehdokumentationen erzählen die Geschichte seiner Partnerschaft mit Elli Lambeti. Ein Lernender kann eine kurze Szene auswählen, hören, wie klar er spricht, und seine Sätze laut nachsprechen.
Wussten Sie schon?
- Sein Vater, Pantelis Horn, war Dramatiker; das Theater war also Familiensache.
- Το κορίτσι με τα μαύρα, in dem er die Hauptrolle spielte, lief 1956 im Wettbewerb von Cannes.
- Der Titel eines seiner Filme, «Μια ζωή την έχουμε» (Wir haben nur ein Leben), ist heute eine alltägliche griechische Redensart.
- Er drehte relativ wenige Filme, weil er immer die Bühne vorzog.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Κυριακάτικο ξύπνημα | Sonntagserwachen (Film, Regie: Michael Cacoyannis) | 1954 |
| Η κάλπικη λίρα | Die falsche Goldmünze (Film, Regie: Giorgos Tzavellas) | 1955 |
| Το κορίτσι με τα μαύρα | Das Mädchen in Schwarz (Film, Regie: Michael Cacoyannis) | 1956 |
| Μια ζωή την έχουμε | Wir haben nur ein Leben (Film, Regie: Giorgos Tzavellas) | 1958 |
| Μια του κλέφτη... | Einmal für den Dieb ... (Film; Preis als bester Darsteller, Festival Thessaloniki) | 1960 |
Ein Satz zum Merken
Μια ζωή την έχουμε!
Mia zoi tin echoume!
Wir haben nur ein Leben!


























