Leben
Volanakis wurde 1837 in Heraklion auf Kreta geboren, das damals noch unter osmanischer Herrschaft stand. Als junger Mann ging er nach Triest, dem geschäftigen österreichischen Hafen, in dem viele griechische Kaufleute ihre Kontore hatten, und arbeitete dort ab 1856 als Buchhalter im Zuckerhandelshaus seines Schwagers Afentoulis. Selbst an den Rändern seiner Geschäftsbücher zeichnete er Schiffe und Häfen, und 1860 bezahlte ihm Afentoulis den Aufenthalt in München, damals die wichtigste Schule für griechische Maler, damit er an der Akademie der Bildenden Künste studieren konnte, wahrscheinlich bei Karl von Piloty.
In München fand er sein Lebensthema: das Meer. Bekannt wurde er mit einem großen Gemälde der Seeschlacht von Lissa (1866), die in der Adria zwischen Österreich und Italien ausgetragen wurde; es gewann einen vom österreichischen Kaiser ausgeschriebenen Wettbewerb und befindet sich heute im Museum der Schönen Künste in Budapest. Er blieb viele Jahre in Deutschland, schickte Bilder zu Ausstellungen und baute sich langsam einen Ruf als Schiffsmaler auf.
1883 kehrte er nach Griechenland zurück und ließ sich in Piräus nieder, dem Hafen Athens, wo er jeden Tag Schiffe beobachten konnte. Von 1883 bis 1903 lehrte er an der Kunstschule in Athen, und viele jüngere Maler lernten bei ihm die Marinemalerei. Er war geachtet, aber nie reich, und musste viele kleine Bilder verkaufen, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Er starb am 29. Juni 1907 in Piräus, und nur eine Handvoll Menschen kam zu seiner Beerdigung.
Werk

Volanakis gehört zur Münchner Schule (Σχολή του Μονάχου), der Gruppe griechischer Maler des 19. Jahrhunderts, die in Bayern ausgebildet wurden, zusammen mit Nikolaos Gyzis, Nikiforos Lytras und Georgios Iakovidis. Seine Kollegen malten Dorfszenen, Porträts und Allegorien; Volanakis malte Wasser. Er ist der erste griechische Künstler, für den das Meer selbst, seine Farbe, sein Licht und seine Stimmungen, das Hauptthema ist.
Sein Werk hat zwei Seiten. Auf der einen stehen die großen historischen Szenen: Seeschlachten wie Salamis, für den griechischen Staat gemalt, und die Episoden von 1821, die jedes griechische Kind kennt, etwa die Verbrennung einer türkischen Fregatte durch einen griechischen Brander (1882). Das sind große, dramatische Leinwände voller Rauch, Flammen und gebrochener Masten. Auf der anderen Seite, und heute beliebter, stehen die stillen Bilder: Segelboote, die auf Wind warten, der Hafen von Piräus bei Sonnenuntergang, Fischer, die ihre Netze einholen, Schiffe vor Anker in goldenem Abendlicht. Hier ist die Zeichnung genau, denn er kannte jedes Tau eines Schiffes, doch das eigentliche Thema ist das Licht auf dem Wasser.
Er malte Hunderte solcher Bilder, viele davon klein, und sie machten die griechische Marinemalerei zu einer eigenen Gattung. Sein jüngerer Zeitgenosse Ioannis Altamouras und später Vassileios Chatzis machten das griechische Meer ebenfalls zu ihrem Thema, und gemeinsam bilden sie die erste Generation griechischer Marinemaler.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Am besten lernt man Volanakis in der Nationalgalerie (Εθνική Πινακοθήκη) in Athen kennen, die eine große Gruppe seiner Gemälde besitzt, darunter ruhige Hafenszenen wie den Hafen von Volos (1875); das Marinemuseum in Piräus hat sein Brander-Bild von 1882. Andere gehören griechischen öffentlichen und privaten Sammlungen und kommen regelmäßig zur Versteigerung, wo seine Seestücke zu den begehrtesten griechischen Gemälden des 19. Jahrhunderts zählen. Seine Seeschlachten illustrieren griechische Schulbücher und die Umschläge von Büchern über die Revolution, und Straßen in mehreren griechischen Städten tragen seinen Namen, Οδός Βολανάκη (Volanakis-Straße). Wenn Griechen ein Bild eines Segelschiffs auf glitzerndem Meer betrachten, kommt ihnen oft einfach das Wort «Βολανάκης» (Volanakis) in den Sinn.
Wussten Sie schon?
- Er entdeckte sein Talent, als er in Triest als Angestellter arbeitete und in seiner Freizeit Schiffe zeichnete.
- Bekannt wurde er mit dem Bild einer Seeschlacht zwischen Österreich und Italien, nicht mit einer griechischen.
- Er war einer der ersten griechischen Maler, die das Meer zu ihrem einzigen großen Thema machten.
- Er wohnte in Piräus, um jeden Tag die Schiffe im Hafen beobachten zu können.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Η ναυμαχία της Λίσσης | Die Seeschlacht von Lissa (Museum der Schönen Künste, Budapest) | c. 1869 |
| Το λιμάνι του Βόλου | Der Hafen von Volos (Nationalgalerie, Athen) | 1875 |
| Πυρπόληση τουρκικής φρεγάτας | Die Verbrennung einer türkischen Fregatte (Marinemuseum, Piräus) | 1882 |
| Η ναυμαχία της Σαλαμίνας | Die Schlacht von Salamis (Auftrag des griechischen Staates) |
Aus dem Werk




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Ein Satz zum Merken
Ο πατέρας της ελληνικής θαλασσογραφίας
O pateras tis ellinikis thalassografias
Der Vater der griechischen Marinemalerei


























