Leben
Dimitra Siaterli wurde 1952 in Argos auf der Peloponnes geboren. Von 1971 bis 1977 studierte sie an der Akademie der Schönen Künste in Bologna, schloss 1975 in Malerei ab und beendete dort 1977 ein Studium der Dekoration. Zwischen 1975 und 1977 förderte ein Stipendium der EOMMEX, der griechischen Organisation für Kleinunternehmen und Handwerk, ihre Arbeit an neuen druckgrafischen Techniken, und sie konzentrierte sich auf den Kupferstich. In denselben Jahren arbeitete sie im Atelier des Grafikers Pino Pandolfini, der später ihr Ehemann wurde.
1977 kehrte sie nach Griechenland zurück und gründete mit Pandolfini das Athener Druckgrafikzentrum. Ab 1983 schuf sie Interventionen im Raum: Konstruktionen, Skulpturen und Performances in Verbindung mit Klang und Poesie. 1989 war sie Gründungsmitglied der Gruppe Druckgrafikzentrum, und ab 1991 begann sie, Künstlerbücher und Buchillustrationen zu gestalten. Von 2010 bis 2016 unterrichtete sie Druckgrafik und gedruckte Kunst an der Universität Westmakedonien. Sie ist Mitglied des Verbands Griechischer Grafiker, und die Präfektur Argolis verlieh ihr 2004 und erneut 2008 ihren Kulturpreis. Ihre Werke befinden sich in Sammlungen wie der Nationalgalerie und der Pinakothek der Stadt Athen.
Werk

Siaterli arbeitet mit Druckgrafik, Installation und flacher Skulptur; ihre Platten schneidet und graviert sie in Holz, Zink, Kupfer, Eisen und Linoleum. In einem Interview mit CultureNow 2026 beschrieb sie zwei Stufen: zuerst eine lange, experimentelle Beziehung zur Platte; dann, mit den Abzügen, eine neue Beziehung zu Farbe, Papier und Druck. Deshalb zeigt sie Platte und Abzug gleichrangig, und viele Platten erscheinen als eigenständige Werke. Πιθανές Νήσοι (Mögliche Inseln), eine Farbradierung von 1991, ist eines ihrer Blätter.
Das Spinnennetz zieht sich seit 1983 durch ihr Werk. Sie hat es als Mythos der Arachne behandelt, die Athena herausfordert, als Falle, Stadtplan und Netz der Solidarität, und wählt je nach Idee Seile, Nähgarn, Leder, Stoff oder Draht. Ihre Einzelausstellung 1995 in der Galerie 7 in Athen trug als Titel einen Satz, den sie Platon zuschreibt: Ιστός ψυχοδιάβατος πλεκτάνην εαυτώ δαιδαλεύεται. Zwei kleine Kupferstiche aus demselben Jahr, Φιάλη κλειστή (Geschlossene Flasche) und Φιάλη ανοιχτή (Offene Flasche), gehören zur Sammlung Sotiris Felios. Ihre Retrospektive Συνεκτικά Δίκτυα (Verbindende Netze) 2026 in der Pinakothek der Stadt Athen, kuratiert von Vasia Magoula, umfasste ein Netz aus feinen Kupferfäden und Σκιές (Schatten), eine Reihe durchbrochener Holzfiguren von Kindern und Jugendlichen.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Siaterlis Laufbahn verbindet die griechische Druckgrafik mit dem Leben einer Werkstatt. Das Athener Druckgrafikzentrum, das sie 1977 mitbegründete, besteht als gemeinnützige Gesellschaft mit eigenem Ausstellungsraum, ETCH INK, fort. Öffnen Sie als erste Übung die Seite der Sammlung Felios zu Φιάλη κλειστή (Geschlossene Flasche), einem Kupferstich von 1995 mit nur 19 × 6 cm. Benennen Sie drei Dinge auf Griechisch: η μήτρα (die Druckplatte), το τύπωμα (der Abzug), το χαρτί (das Papier). Bilden Sie dann zwei eigene Sätze mit πρώτα und μετά: Πρώτα δουλεύει τη μήτρα. Μετά έρχεται το τύπωμα. (Zuerst bearbeitet sie die Platte. Dann kommt der Abzug.) Diese Übungssätze folgen ihrer allgemeinen Beschreibung der Druckgrafik und sind kein belegter Bericht darüber, wie gerade dieses Blatt entstand.
Wussten Sie schon?
- Im Griechischen bedeutet μήτρα sowohl Druckplatte als auch Gebärmutter; das gibt ihrem Bild der Platte als Mutter einen doppelten Sinn.
- Sie stellt eine Druckplatte oft neben ihrem Abzug als gleichwertiges Werk aus.
- Ihre beiden Φιάλη-Kupferstiche in der Sammlung Felios messen jeweils nur 19 × 6 cm.
- Ihre Ausstellung 2026 in der Pinakothek der Stadt Athen umfasste Werke von den 1980er-Jahren bis heute.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Κέντρο Χαρακτικής Αθηνών | Athener Druckgrafikzentrum (mit Pino Pandolfini gegründet) | 1977 |
| Πιθανές Νήσοι | Mögliche Inseln — Farbradierung | 1991 |
| Ιστός ψυχοδιάβατος πλεκτάνην εαυτώ δαιδαλεύεται | Einzelausstellung zum Spinnennetz, Titel nach einem Satz, den sie Platon zuschreibt, Galerie 7, Athen | 1995 |
| Φιάλη κλειστή | Geschlossene Flasche — Kupferstich | 1995 |
| Σκιές | Schatten — Einzelausstellung, Technochoros, Athen | 2022 |
| Συνεκτικά Δίκτυα | Verbindende Netze — Retrospektive, Pinakothek der Stadt Athen | 2026 |
Ein Satz zum Merken
Η μήτρα είναι η μάνα, είναι ο τόπος γέννησης.
I mítra íne i mána, íne o tópos génnisis.
Die Platte ist die Mutter, sie ist der Ort der Geburt.















































