Leben
Angeliki Laiou wurde 1941 in Athen geboren. Sie begann ihr Studium an der Universität Athen, wo der Byzantinist Dionysios Zakythinos zu ihren Lehrern gehörte, und setzte es in den USA fort. 1961 erwarb sie einen BA an der Brandeis University und 1966 den Doktortitel in Harvard bei Robert Lee Wolff. Einige ihrer frühen Bücher erschienen unter dem Namen Laiou-Thomadakis.
Sie lehrte in Harvard, dann an der Brandeis University und an der Rutgers University, wo sie Distinguished Professor wurde. 1978–79 war sie Samuel-H.-Kress-Professorin an der American School of Classical Studies in Athen und für deren Gennadius-Bibliothek zuständig. 1981 kehrte sie als Dumbarton-Oaks-Professorin für byzantinische Geschichte nach Harvard zurück und wurde 1985 die erste Frau an der Spitze des Harvarder Geschichtsinstituts. Von 1989 bis 1998 leitete sie Dumbarton Oaks in Washington, das Forschungszentrum Harvards für Byzantinistik.
1998 wurde sie Mitglied der Akademie von Athen. Im Jahr 2000 wurde sie ins griechische Parlament gewählt und war kurz stellvertretende Außenministerin; sie widmete sich besonders den kulturellen und geistigen Beziehungen zur Türkei. Danach kehrte sie in Vollzeit an die Lehre in Harvard zurück. Sie starb am 11. Dezember 2008 in Massachusetts und wurde in Griechenland beigesetzt.
Werk

Laiou erforschte das Byzantinische Reich, den griechischsprachigen mittelalterlichen Staat mit Zentrum Konstantinopel, nicht nur über Kaiser und Kriege, sondern auch über das wirtschaftliche und soziale Leben. Ihr erstes Buch, Constantinople and the Latins (Konstantinopel und die Lateiner, 1972), ging aus ihrer Dissertation hervor und untersuchte die spätbyzantinische Außenpolitik, darunter die Beziehungen zu Venedig und Genua. Peasant Society in the Late Byzantine Empire (Die bäuerliche Gesellschaft im spätbyzantinischen Reich, 1977) wandte demografische Methoden auf die ländliche Gesellschaft an: Dörfer, Haushalte, Familie und Verwandtschaft. Das Buch vertrat die These, dass die bäuerliche Bevölkerung im 14. und 15. Jahrhundert vor allem durch inneren sozialen Wandel und nicht durch Katastrophen zurückging.
Ehe, Sexualität und die Stellung der Frau wurden ein Hauptthema. Ihre Vorlesungen am Collège de France wurden zu Mariage, amour et parenté à Byzance (Ehe, Liebe und Verwandtschaft in Byzanz, 1992). In Dumbarton Oaks organisierte sie 1989 ein Symposium über die byzantinische Familie und den Haushalt, und mit Hélène Ahrweiler gab sie Studien über Migration und Diaspora innerhalb des Reiches heraus.
Ihr größtes Projekt war The Economic History of Byzantium (2002), drei Bände über Produktion, Städte, Handel und Staat. Als Chefherausgeberin versammelte sie Fachleute und schrieb selbst acht Kapitel. Eine griechische Ausgabe, Οικονομική ιστορία του Βυζαντίου (Wirtschaftsgeschichte von Byzanz), erschien 2006 in Athen. Mit Cécile Morrisson schrieb sie danach eine kürzere Synthese, The Byzantine Economy (Die byzantinische Wirtschaft, 2007).
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Laiou half, die Erforschung von Byzanz in Griechenland und anderswo zu verändern: als Gesellschaft von Familien, Dörfern, Märkten und Gesetzen, nicht nur von Kaisern. Ihre große Wirtschaftsgeschichte gibt es auf Englisch und in einer griechischen Ausgabe, und Dumbarton Oaks stellt die englischen Bände kostenlos online bereit. Versuchen Sie eine kleine Aufgabe: Sehen Sie sich den griechischen Titel Οικονομική ιστορία του Βυζαντίου an und finden Sie das Wort für Geschichte (ιστορία) und das Wort, das von οικονομία (Wirtschaft) kommt. Bilden Sie dann mit dem griechischen Text dieser Seite drei eigene kurze Sätze mit το σπίτι (das Haus), η οικογένεια (die Familie) und το εμπόριο (der Handel), zum Beispiel Η οικογένεια μένει σε ένα σπίτι (Die Familie wohnt in einem Haus). Das sind unsere eigenen Übungssätze, keine Zitate aus ihren Büchern.
Wussten Sie schon?
- 1985 wurde sie die erste Frau an der Spitze des Harvarder Geschichtsinstituts.
- Sie war die zweite Frau, die ordentliches Mitglied der Akademie von Athen wurde.
- Sie begann ihr Studium in Athen bei dem Byzantinisten Dionysios Zakythinos.
- Die englischen Bände von The Economic History of Byzantium sind kostenlos online lesbar.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Constantinople and the Latins | Konstantinopel und die Lateiner — spätbyzantinische Außenpolitik | 1972 |
| Peasant Society in the Late Byzantine Empire | Die bäuerliche Gesellschaft im spätbyzantinischen Reich | 1977 |
| Mariage, amour et parenté à Byzance | Ehe, Liebe und Verwandtschaft in Byzanz — Vorlesungen am Collège de France | 1992 |
| The Economic History of Byzantium | Wirtschaftsgeschichte von Byzanz — drei Bände, Chefherausgeberin | 2002 |
| Οικονομική ιστορία του Βυζαντίου | Wirtschaftsgeschichte von Byzanz — griechische Ausgabe, Athen | 2006 |
| The Byzantine Economy | Die byzantinische Wirtschaft — mit Cécile Morrisson | 2007 |
Ein Satz zum Merken
Είναι κοινά γνωστό ότι η Βυζαντινή Αυτοκρατορία διήρκεσε πάνω από χίλια χρόνια.
Eínai kiná gnostó óti i Vyzantiní Aftokratoría diírkese páno apó chília chrónia.
Es ist allgemein bekannt, dass das Byzantinische Reich mehr als tausend Jahre bestand.















































