Leben
Angeliki Stellatou wurde 1963 in Athen geboren. Sie lernte klassisches Ballett und schloss die Staatliche Tanzschule mit Auszeichnung ab, wo die Lehrerin Mary Tsouti von den Tänzern verlangte, wahrzunehmen, was sie in jeder Bewegung fühlen, statt sie nur auszuführen. In einem Interview von 2015 erinnerte sie sich zudem an eine Aufführung der Kompanie von Pina Bausch im Odeon des Herodes Atticus als „so etwas wie eine Offenbarung“. Ein Stipendium der Onassis-Stiftung führte sie dann nach New York, wo sie in den Merce-Cunningham-Studios studierte und Seminare in Kontaktimprovisation und Release-Technik besuchte.
Zurück in Athen gründete sie mit Dimitris Papaioannou das Edafos Dance Theatre; die Chronik der Gruppe nennt 1986, andere Quellen 1987. Sie war ihre führende Tänzerin und zugleich Choreografie-Assistentin bei Produktionen wie Medea und Dracula, bis sie nach For Ever 2001 ausschied. Außerdem tanzte sie in anderen unabhängigen Kompanien, darunter Sine Qua Non, Analia und die Choriká von Zouzou Nikoloudi. Im Theater arbeitete sie als Choreografin und Bewegungsberaterin für Regisseure, unter anderem am Nationaltheater, am Neos-Kosmos-Theater, im Athener Konzerthaus Megaron und beim Athens Festival. Später inszenierte sie eigene Stücke, auch mit ihrer eigenen Kompanie Ypsilon.
Werk

Stellatous Arbeit bewegt sich zwischen Tanzen, Choreografieren und der Gestaltung, wie sich Schauspieler auf der Bühne bewegen. In Edafos’ Ανθρώπινη δίψα (Menschlicher Durst, 1999) brachte ihr das Solo Σκαλοπάτια (Stufen) den Preis für die beste weibliche Darstellung bei den griechischen Tanzpreisen ein. 2004 war sie Choreografin im kreativen Team von Papaioannou für die Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele in Athen. Ihre Bewegungsarbeit für Motortown, Simon Stephens’ Stück in der Regie von Vangelis Theodoropoulos, erhielt 2008 den Koula-Pratsika-Preis für Choreografie.
Als Regisseurin und Choreografin schuf sie 2006 a little before ( ) a little after für Patras, Kulturhauptstadt Europas, und 2009 cann.ib.als mit Ypsilon am Neos-Kosmos-Theater. Ein späteres Duett, little lives or the body I inhabit, gezeigt in Athen und Kalamata, machte das Bemühen zweier Körper, sich in exakter Synchronie zu bewegen, zu seinem Thema. Im März 2015 beauftragte die Griechische Nationaloper sie mit ihrer ersten Arbeit für das Ballett: zwei Werke von Manos Hadjidakis, Το χαμόγελο της Τζοκόντας (Das Lächeln der Gioconda) und das selten aufgeführte Μαρσύας (Marsyas), im Olympia-Theater. Sie sagte LiFO, sie habe keinen festen choreografischen Code und ziehe den abstrakten Ausdruck dem erzählenden vor: Bewegung kann wie Musik Gefühle wecken, ohne eine Handlung zu erklären.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Stellatou gehört zu der Generation, die den griechischen zeitgenössischen Tanz in den 1980er- und 1990er-Jahren in unabhängigen Gruppen aufbaute. 2015 bemerkte sie, dass diese Blüte bestimmte Choreografen betraf und nicht den Tanz insgesamt, weil die Strukturen fehlten, um sie zu tragen. Heute steht ihr Name in Programmen griechischer Theater und Festivals, oft in der Zeile „Bewegung“ oder „Choreografie“. Lesen Sie ihr griechisches Interview von 2015 in LiFO und suchen Sie die Verben, die sie für die Probe verwendet: χορεύω, δοκιμάζω, προχωρώ. Stehen Sie dann auf, neigen Sie sich langsam zur Seite, richten Sie sich auf, halten Sie an und geben Sie die Folge wieder: Η δασκάλα είπε ότι γέρνουμε αργά, σηκωνόμαστε και σταματάμε (Die Lehrerin sagte, dass wir uns langsam neigen, aufrichten und anhalten). Bewegen Sie sich nur in einem bequemen Bereich.
Wussten Sie schon?
- Sie lernte klassisches Ballett und sagt, sie habe Spitzenschuhe so bequem wie Hausschuhe getragen.
- Sie filmt jede Probe und korrigiert, nachdem sie das Video angesehen hat.
- Ihr Solo von 1999 in Menschlicher Durst hieß Σκαλοπάτια (Stufen).
- Hadjidakis schrieb Marsyas für das Griechische Choreodrama von Rallou Manou.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Ομάδα Εδάφους | Edafos Dance Theatre — Mitgründerin | 1986–87 |
| Ανθρώπινη δίψα | Menschlicher Durst — Solo Σκαλοπάτια (Stufen) | 1999 |
| Τελετές Ολυμπιακών Αγώνων Αθήνα 2004 | Olympische Zeremonien Athen 2004 — Choreografin | 2004 |
| a little before ( ) a little after | a little before ( ) a little after — Patras | 2006 |
| Motortown | Motortown — Bewegung, Koula-Pratsika-Preis | 2008 |
| Το χαμόγελο της Τζοκόντας · Μαρσύας | Das Lächeln der Gioconda · Marsyas | 2015 |
Ein Satz zum Merken
Η χορογραφία είναι για μένα σαν παζλ.
I chorografía íne giá ména san pazl.
Für mich ist Choreografie wie ein Puzzle.

















































