Leben
Mitropoulos wurde 1896 in Athen in eine tief religiöse Familie geboren; als Junge dachte er sogar daran, Mönch zu werden, und das mönchische Ideal von Armut und Dienst begleitete ihn sein ganzes Leben. Er studierte Klavier und Komposition am Athener Konservatorium, wo im Mai 1919 seine Oper Soeur Béatrice nach Maeterlinck aufgeführt wurde. 1920 ging er zum Studium nach Brüssel und dann nach Berlin, wo er mit dem Komponisten und Pianisten Ferruccio Busoni arbeitete und Assistenzdirigent an der Berliner Staatsoper war.
Mitte der 1920er-Jahre nach Athen zurückgekehrt, wurde er Dirigent des Konservatoriumsorchesters. Sein internationaler Durchbruch kam 1930 in Berlin: Als der Solist von Prokofjews Drittem Klavierkonzert absagte, spielte Mitropoulos den Klavierpart und dirigierte die Berliner Philharmoniker vom Flügel aus. Es folgten Einladungen in ganz Europa und dann in Amerika. 1937 wurde er Musikdirektor des Minneapolis Symphony Orchestra, das er bis 1949 leitete, und 1946 wurde er amerikanischer Staatsbürger. 1949 wechselte er zu den New Yorker Philharmonikern, zunächst gemeinsam mit Leopold Stokowski und dann von 1951 bis 1957 als alleiniger Musikdirektor; Leonard Bernstein, den er als jungen Mann gefördert hatte, wurde sein Nachfolger. Ab 1954 dirigierte er auch regelmäßig an der Metropolitan Opera. Nach Herzinfarkten 1952 und 1959 arbeitete er weiter, und am 2. November 1960 brach er während einer Probe von Mahlers Dritter Sinfonie an der Mailänder Scala zusammen und starb.
Werk

Mitropoulos war ein Dirigent von außergewöhnlicher Intensität. Er dirigierte mit bloßen Händen, ohne Taktstock, und sein ganzer Körper war beteiligt: Musiker und Kritiker beschrieben seine Gesten als krallend, zitternd, fast als ringe er mit dem Klang. Sein Gedächtnis war legendär. Er lernte riesige und komplexe Partituren, Sinfonien und ganze Opern, auswendig und leitete Proben ohne Noten, wobei er dem Orchester Seiten- und Taktzahlen aus dem Gedächtnis zurief.
Sein Repertoire war so kühn wie sein Stil. In einer Zeit, in der das amerikanische Publikum vor allem die Klassiker hören wollte, kämpfte er für die Musik seines eigenen Jahrhunderts: Schönberg, Berg, Krenek, Prokofjew und vor allem Mahler, dessen Sinfonien damals selten gespielt wurden und die er zurückzubringen half. Seine konzertante Aufführung von Bergs Oper Wozzeck 1951 in New York war ein Meilenstein. An der Metropolitan Opera dirigierte er 1958 die Uraufführung von Samuel Barbers Vanessa sowie Verdi, Puccini und Strauss. Als junger Mann hatte er auch komponiert, in einem von griechischer Volksmusik und von der Moderne beeinflussten Stil, gab das Komponieren aber auf, um sich ganz dem Dirigieren zu widmen. Abseits des Podiums lebte er einfach und verschenkte viel von dem, was er verdiente. Für viele Musiker seiner Zeit war er ein Beispiel für Kunst als Berufung statt als Karriere.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
In Athen hat das Μέγαρο Μουσικής Αθηνών (Athener Konzerthaus, das Megaron) einen nach ihm benannten Saal, die Αίθουσα «Δημήτρης Μητρόπουλος», in dem die ganze Saison über Konzerte stattfinden, sodass man buchstäblich in seinem Namen ins Konzert gehen kann. Aufnahmen von Mitropoulos mit den New Yorker Philharmonikern und der Metropolitan Opera werden noch immer neu aufgelegt und sind online leicht zu finden. Der griechische Rundfunk und die Konzertgesellschaften erinnern regelmäßig an seine Jahrestage. Für Lernende ist der Wortschatz seiner Laufbahn der Wortschatz jedes griechischen Konzertprogramms: ο μαέστρος, η ορχήστρα, η συμφωνία, η πρόβα.
Wussten Sie schon?
- 1930 spielte er den Solopart von Prokofjews Drittem Klavierkonzert und dirigierte gleichzeitig die Berliner Philharmoniker.
- Er dirigierte ohne Taktstock und sehr oft ohne Partitur.
- Er starb am 2. November 1960 während einer Probe von Mahlers Dritter Sinfonie an der Scala.
- Leonard Bernstein, den er früh gefördert hatte, wurde sein Nachfolger bei den New Yorker Philharmonikern.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Soeur Béatrice (όπερα) | Soeur Béatrice (Oper nach Maeterlinck) | 1919 |
| Κοντσέρτο για πιάνο αρ. 3 του Προκόφιεφ με τη Φιλαρμονική του Βερολίνου | Prokofjews Drittes Klavierkonzert mit den Berliner Philharmonikern, als Solist und Dirigent | 1930 |
| Μουσικός διευθυντής της Συμφωνικής Ορχήστρας της Μινεάπολης | Musikdirektor des Minneapolis Symphony Orchestra | 1937–1949 |
| Φιλαρμονική της Νέας Υόρκης | Die New Yorker Philharmoniker (Musikdirektor 1951–1957) | 1949–1958 |
| Βανέσα του Σάμιουελ Μπάρμπερ, πρώτη παγκόσμια παρουσίαση | Uraufführung von Samuel Barbers Vanessa, Metropolitan Opera | 1958 |
Aus dem Werk


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Ein Satz zum Merken
Αίθουσα «Δημήτρης Μητρόπουλος»
Aithousa «Dimitris Mitropoulos»
Der Dimitri-Mitropoulos-Saal
























