Leben
Amalia Moutousi wurde in Athen in eine Theaterfamilie geboren: Ihre Mutter ist die Schauspielerin Nonika Galinea, und auch ihre Schwester Arietta Moutousi ist Schauspielerin. Sie studierte an der Schauspielschule von Karolos Kouns Kunsttheater (Θέατρο Τέχνης) und setzte ihre Ausbildung in New York fort, am HB Studio und an der Schauspielschule von William Esper.
Zurück in Athen gründete sie das Thission-Theater (Θέατρο Θησείον) mit, das von 1985 bis 1998 bestand, und spielte in allen seinen Inszenierungen von Michail Marmarinos, darunter Euripides’ Medea, Shakespeares Hamlet und Sophokles’ Elektra. Insgesamt arbeitete sie rund zwanzig Jahre mit Marmarinos und dem Komponisten Dimitris Kamarotos. Eng arbeitete sie auch mit dem Regisseur Lefteris Vogiatzis zusammen, in Sarah Kanes Gesäubert (2000), Sophokles’ Antigone (2007) und Molières Amphitryon (2012), sowie mit Regisseuren wie Yannis Kokkos, Yannis Houvardas, Thomas Moschopoulos, Dimiter Gotscheff und Yorgos Lanthimos.
Neben der Bühne steht das Unterrichten. Von 1995 bis 2000 lehrte sie Schauspiel an der Universität Patras und an der Schule des Embros-Theaters, und 2015 unterrichtete sie an der Schauspielschule des Athener Konservatoriums (Ωδείο Αθηνών). Für das Griechische Nationaltheater leitete sie außerdem gemeinsam mit anderen einen Internationalen Workshop für antikes Drama in Epidauros, rund um ein Chorlied aus Sophokles’ Antigone.
Werk

Ihre Laufbahn beruht vor allem auf der antiken Tragödie, oft in großen Freilichttheatern. Sie spielte Elektra in der Orestie, die Yannis Kokkos für das Nationaltheater inszenierte (2001), und die Titelrolle in Euripides’ Μήδεια (Medea) unter der Regie von Antonis Antypas, in Giorgos Chimonas’ Übersetzung und mit Musik von Eleni Karaindrou. Diese Medea war 2011 im antiken Theater von Epidauros ein Erfolg und kehrte im September ins Odeon des Herodes Atticus zurück. 2015 war sie Iphigenie in Euripides’ Ιφιγένεια στη χώρα των Ταύρων (Iphigenie bei den Taurern) für das Staatstheater Nordgriechenlands, Regie Thomas Moschopoulos.
Ihr modernes Repertoire ist ebenso breit, von Shakespeare, Tschechow, Ibsen und Racine bis zu Sarah Kane. Sie war Ophelia in einem Hamlet von 1998 und kehrte 2015 als Gertrude in Yannis Houvardas’ Inszenierung an der Onassis Stegi zu dem Stück zurück. In der Spielzeit 2007/08 verkörperte sie Anna in Brechts und Weills Die sieben Todsünden an der Griechischen Nationaloper und sagte, das Libretto auf Griechisch sei eine große Herausforderung. Im Kino kennt man sie aus Elias Giannakakis’ Film Χαρά (Freude).
In Interviews nennt sie Schauspiel „eine sehr praktische Kunst“: So wie ein Pianist lernt, wie lange er jede Taste drückt, muss ein Schauspieler einen poetischen Text über seinen Klang erschließen – darum ist die Übersetzung so wichtig.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Ihre Arbeit ist im digitalen Archiv des Griechischen Nationaltheaters festgehalten, wo Programmhefte, Presseartikel und Fotos Inszenierungen wie die Orestie von 2001 und Die vierte Schwester (2003) dokumentieren, in der sie Katja spielte. Ihr Handwerk gab sie auch an jüngere Schauspieler weiter, von Patras und Embros bis zum Athener Konservatorium und zum Workshop für antikes Drama in Epidauros.
Probieren Sie es: Suchen Sie ihren neugriechischen Satz «Ο Ευριπίδης πείραξε τον μύθο για να τον φέρει πιο κοντά στην πραγματικότητα» (Euripides veränderte den Mythos, um ihn der Wirklichkeit näherzubringen) in ihrem Interview mit Το Βήμα von 2015. Geben Sie ihn mit eigenen Worten wieder, beginnend mit Η Μουτούση είπε ότι… (Moutousi sagte, dass…). Beschreiben Sie dann eine Bühnenhandlung auf Griechisch, etwa Η Ιφιγένεια βγαίνει στη σκηνή… (Iphigenie tritt auf die Bühne…).
Wussten Sie schon?
- Sie spielte 1998 Ophelia und 2015 Gertrude, Hamlets Mutter, und sagte, die alte Rolle bleibe in ihr „wie die Gene“.
- Sie beschrieb Iphigenie als „Landschaft der Schattierungen“: nicht klare Nacht oder Tag, sondern der Übergang zur Morgendämmerung.
- Als sie 2013 ihren Filmpreis entgegennahm, sagte sie, die Anerkennung von Menschen aus dem Fach zähle mehr als die des Publikums.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Άμλετ | Hamlet — als Ophelia | 1998 |
| Ορέστεια | Orestie — als Elektra, Nationaltheater, Regie Yannis Kokkos | 2001 |
| Μήδεια | Medea — Titelrolle, Epidauros, Regie Antonis Antypas | 2011 |
| Χαρά | Freude — Film von Elias Giannakakis; Preis der Griechischen Filmakademie als beste Darstellerin | 2013 |
| Άμλετ | Hamlet — als Gertrude, Onassis Stegi, Regie Yannis Houvardas | 2015 |
| Ιφιγένεια στη χώρα των Ταύρων | Iphigenie bei den Taurern — Titelrolle, Staatstheater Nordgriechenlands | 2015 |
Ein Satz zum Merken
Γιατί ο ποιητικός λόγος είναι μουσική.
Giatí o poiitikós lógos eínai mousikí.
Denn poetische Sprache ist Musik.

















































