Leben
Maria Laina wurde 1947 in Patras geboren und schloss ein Jurastudium an der Universität Athen ab. Ihr Berufsleben entwickelte sich um Literatur und Kunst: Sie übersetzte Essays und Erzähltexte, betreute Bücher redaktionell, gestaltete Rundfunk- und Fernsehprogramme und unterrichtete Griechisch, Dichtung und Übersetzung. Der Unterricht in Neugriechisch stellte den praktischen Wechsel zwischen Sprachen neben ihr eigenes Schreiben.
Ihr erster Gedichtband Ενηλικίωση (Erwachsenwerden) erschien 1968. Es folgten unter anderem Επέκεινα (Jenseits, 1970), Σημεία στίξεως (Satzzeichen, 1979) und Δικό της (Ihr Eigenes, 1985). Als Gründungsmitglied der Schriftstellervereinigung prägte sie das griechische Literaturleben auch mit Kritik, Übersetzungen und Anthologien. Sie übersetzte unter anderem Texte von T. S. Eliot und Ezra Pound.
Ρόδινος φόβος (Rosafarbene Angst, 1992) erhielt 1993 den Staatlichen Lyrikpreis. Σε τόπο ξερό (An einem trockenen Ort, 2015) vereinte acht poetische Werke aus den Jahren 1970 bis 2012. Später erschien die Novelle Τι όμορφη που είναι η ζωή (Wie schön das Leben ist, 2020). Der 2023 bekanntgegebene Große Staatliche Literaturpreis 2022 würdigte ihren gesamten Beitrag. Sie starb im Dezember 2023 in Athen.
Werk

Lainas Gedichte lassen oft ein kleines Bild eine große Gefühlsbewegung tragen. In Δ΄ Θριαμβικό (Viertes Triumphgedicht) aus Επέκεινα (Jenseits, 1970) spricht eine Stimme angesichts des möglichen Todes zu einem geliebten Menschen. Wind, Frühling und Regen machen Erinnerung sinnlich erfahrbar. Wiederholung und direkte Anrede halten das Gedicht zusammen und geben ihm ohne lange erklärende Erzählung einen erkennbaren Verlauf.
Ihre Bücher überschreiten auch Gattungsgrenzen. Μικτή τεχνική (Mischtechnik, 2012) bringt einen Begriff der bildenden Kunst in einen Lyriktitel. Σε τόπο ξερό (An einem trockenen Ort, 2015) macht mehrere Jahrzehnte Dichtung zusammen lesbar. Das 2013 aufgeführte Theaterstück Το δέντρο (Der Baum) zeigt Menschen, die denselben Baum verschieden sehen und behandeln. Laina verband diese Sichtweisen mit Gegnerschaft, überraschender Freundschaft und dem Absurden.
Im Bookpress-Interview von 2013 erklärte sie, einen Text abzuschließen heiße, seinen Rhythmus zu finden und ihn ihren finden zu lassen. Sie berichtete von einer Woche Suche nach einem viersilbigen Adjektiv mit bestimmter Betonung. Diese Aufmerksamkeit für die Wortgestalt verbindet Klang, Grammatik und Bedeutung im selben Schreibvorgang.
Nachwirkung im heutigen Griechenland
Laina verband griechische Dichtung mit Theater, Übersetzung und Sprachunterricht. Ihr Beispiel macht sorgfältige Wortwahl zur Lernübung. Schreiben Sie nach dem bearbeiteten Text ο κήπος είναι ήσυχος und ersetzen Sie ήσυχος durch αμίλητος. Zählen Sie die Silben: drei und vier. Erklären Sie, warum „ruhig“ einen Garten unmittelbar beschreibt, während „sprachlos“ ihm eine menschliche Eigenschaft gibt. Lesen Sie beide Sätze und beachten Sie den Rhythmus. Wählen Sie dann ein eigenes Substantiv mit zwei passenden Adjektiven und erklären Sie den Unterschied. Diese eigenen Übungssätze sind durch ihren Schreibbericht angeregt. Sie üben Adjektivkongruenz, Silbenbewusstsein und das Erklären wörtlicher und übertragener Bedeutung im Neugriechischen.
Wussten Sie schon?
- 1947 in Patras geboren; im Dezember 2023 in Athen gestorben.
- Rosafarbene Angst erschien 1992 und erhielt 1993 den Staatlichen Lyrikpreis.
- Der Sammelband von 2015 umfasst Gedichte aus 1970–2012.
- Der Große Staatliche Literaturpreis 2022 wurde 2023 bekanntgegeben.
Hauptwerke
| Griechischer Titel | Titel | Jahr |
|---|---|---|
| Ενηλικίωση | Erwachsenwerden | 1968 |
| Επέκεινα | Jenseits | 1970 |
| Ρόδινος φόβος | Rosafarbene Angst | 1992 |
| Μικτή τεχνική | Mischtechnik | 2012 |
| Σε τόπο ξερό. Ποιήματα 1970–2012 | An einem trockenen Ort — gesammelte Gedichte 1970–2012 | 2015 |
Ein Satz zum Merken
Όταν έχω βρει το ρυθμό του κι αυτό τον δικό μου.
Otan echo vrei to rythmo tou ki afto ton diko mou.
Wenn ich seinen Rhythmus gefunden habe und es meinen.



































