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Polis und Politik

Sparta – Leben im Kriegerstaat

Sparta war eine Stadt im Süden Griechenlands, in einer Landschaft namens Lakonien. Seine Männer übten ihr ganzes Leben lang, um Soldaten zu sein, und sein Heer war das gefürchtetste in Griechenland. Aber wer arbeitete auf den Feldern? Was lernten die Kinder in Sparta, und was aßen die Menschen? Auf dieser Seite findest du es heraus und lernst griechische Wörter kennen, die man in Griechenland noch jeden Tag benutzt.

Eine schlichte Stadt mit ungewöhnlicher Regierung

Das antike Sparta lag im Tal des Flusses Eurotas, in Lakonien, im Süden der Peloponnes. Sein anderer Name war Lakedaimon (Λακεδαίμων). Prächtige Bauten gab es dort nicht. Der Geschichtsschreiber Thukydides schrieb: Wenn Sparta eines Tages verlassen wäre, würden die Menschen später nicht glauben, wie mächtig es gewesen war, so schlicht waren seine Tempel und Häuser.

Auf dem Land Spartas lebten drei Gruppen von Menschen. Die Spartiaten (Σπαρτιᾶται) waren die Bürger. Es gab nur wenige von ihnen, und die Männer arbeiteten nicht auf dem Feld. Die Periöken (περίοικοι, „die Umwohnenden“) lebten in den Orten ringsum. Sie waren keine Sklaven, hatten aber in der Regierung Spartas nichts zu sagen. Die Heloten (εἵλωτες) bearbeiteten das Land und waren nicht frei.

Sparta hatte zwei Könige gleichzeitig, aus zwei verschiedenen Familien. Ein Ältestenrat, die γερουσία (Gerusia), bestand aus 28 Männern über sechzig und den beiden Königen. Jedes Jahr wurden fünf Ephoren (ἔφοροι, „Aufseher“) bestimmt, die große Macht hatten. In der Volksversammlung stimmten die Bürger durch Rufen ab. Die Spartaner sagten, ihre Gesetze stammten von einem weisen Mann namens Lykurg, doch selbst der antike Schriftsteller Plutarch gab zu, dass über ihn nichts sicher war.

Die Agoge: Aufwachsen in Sparta

Die spartanische Erziehung der Jungen hieß ἀγωγή (Agoge), das bedeutet „Erziehung, Aufzucht“. Nach Plutarch verließ ein Junge mit sieben Jahren seine Familie. Er lebte in einer Gruppe mit anderen Jungen und gehorchte dem tapfersten Jungen, der die Gruppe anführte. Ältere Männer sahen den Jungen zu und ließen sie gegeneinander antreten.

Das Leben war absichtlich hart. Die Jungen trugen die Haare kurz und gingen barfuß. Ab zwölf Jahren, so Plutarch, bekam jeder Junge nur einen Umhang im Jahr. Sie schliefen auf Lagern aus Schilf, das sie mit bloßen Händen am Ufer des Eurotas ausrissen. Lesen und Schreiben lernten sie, aber nur so viel wie nötig. Meistens lernten sie zu gehorchen, Hunger und Kälte auszuhalten und zu kämpfen.

Mädchen nahmen nicht an der Agoge teil, trieben aber auch Sport: Sie liefen, rangen und warfen Diskus und Speer. Sparta hatte auch Musik und Dichtung, und der Dichter Alkman schrieb Lieder für Mädchenchöre. Denk daran: Plutarch lebte mehr als 500 Jahre nach dem klassischen Sparta. Deshalb lesen Historiker seine Geschichten mit Vorsicht.

Heloten, Hopliten und gemeinsame Mahlzeiten

Die spartanischen Bürger konnten ständig üben, weil andere für sie arbeiteten. Die Heloten bebauten das Land und gaben einen Teil der Ernte an ihre spartanischen Herren ab. Viele lebten in Messenien, einer Landschaft, die Sparta erobert hatte. Es gab viel mehr Heloten als Spartaner, und die Spartaner fürchteten Aufstände, die es manchmal auch gab. Der Geschichtsschreiber Herodot berichtet, dass in der Schlacht von Plataiai im Jahr 479 v. Chr. jeder der 5000 Spartiaten sieben Heloten mitbrachte: insgesamt 35 000 Heloten.

Ein spartanischer Soldat war ein Hoplit (ὁπλίτης), ein Fußsoldat mit schwerer Rüstung, einem Speer und einem großen runden Schild, der ἀσπίς (Aspis). Die Hopliten kämpften Schulter an Schulter in einer langen, tiefen Reihe, der Phalanx (φάλαγξ). Thukydides erklärt, dass jeder Mann versuchte, dicht am Schild seines rechten Nachbarn zu bleiben.

Die Männer aßen gemeinsam in Gruppen von etwa fünfzehn, bei den Syssitien (συσσίτια, „gemeinsame Mahlzeiten“). Jedes Mitglied brachte jeden Monat Gerste, Wein, Käse und Feigen mit. Ihr berühmtestes Gericht war eine schwarze Suppe. Plutarch erzählt von einem fremden König, der einen spartanischen Koch kaufte, nur um sie zu probieren – und sie dann gar nicht mochte.

Von den Thermopylen bis Leuktra

Im Jahr 480 v. Chr. kämpften König Leonidas und seine 300 Spartaner mit ihren griechischen Verbündeten an den Thermopylen gegen das riesige persische Heer. Sie verloren, wurden aber für ihren Mut berühmt. Ein Jahr später, bei Plataiai, halfen die Spartaner, die Perser endgültig zu besiegen. Danach wurden Sparta und Athen Rivalen, und im langen Peloponnesischen Krieg (431–404 v. Chr.) gewann schließlich Sparta.

Doch die Zahl der spartanischen Bürger sank immer weiter. Ein Jahrhundert später schrieb der Philosoph Aristoteles, dass es nicht einmal mehr tausend gab. Im Jahr 371 v. Chr. besiegten die Thebaner die Spartaner bei Leuktra. Danach verlor Sparta einen großen Teil Messeniens und viele seiner Heloten und wurde nie wieder die stärkste Stadt Griechenlands.

Berühmt waren die Spartaner auch dafür, mit sehr wenigen Worten viel zu sagen. Plutarch erzählt, dass Philipp II. von Makedonien ihnen einmal drohte: „Wenn ich in Lakonien einfalle, werde ich euch vertreiben.“ Die Spartaner schrieben ein einziges Wort zurück: „Wenn.“ Eine so kurze, treffende Antwort nennt man bis heute lakonisch, nach Lakonien.

Wichtige Daten

  1. 10th c. BCIn Sparta, im Tal des Eurotas, entsteht eine neue Siedlung.
  2. 8th c. BCAm Ende des Jahrhunderts erobert Sparta den größten Teil Messeniens; seine Bewohner müssen für die Spartaner arbeiten.
  3. 480 BCLeonidas und seine 300 Spartaner fallen an den Thermopylen.
  4. 479 BCSchlacht von Plataiai: 5000 Spartiaten und 35 000 Heloten helfen, die Perser zu besiegen.
  5. 431–404 BCDer Peloponnesische Krieg: Sparta besiegt Athen.
  6. 371 BCDie Thebaner besiegen Sparta bei Leuktra; Sparta verliert viel von seiner Macht.
  7. 396 ADDie Westgoten unter Alarich plündern Sparta.

Acht Wörter, damals und heute

AltgriechischGriechisch heuteBedeutung
Erziehung (heute auch Klage)
unfreie Landarbeiter
kurz und treffend
tiefe Schlachtreihe
schwer bewaffneter Fußsoldat
Schild
Ältestenrat (heute: Senat)
gemeinsame Mahlzeit
A2

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